Martha’s Vineyard
…ist eine Insel vor Woods Hole, manchen bekannt als Rekreationsort der amerikanischen Noblesse. Dafür sprechen diese Bilder:

Aber auch norddeutsches ist hier vertreten:
(für dich, Mona)
Anderen dürfte der kleine Ort Edgartown als Filmort “Amity” in Erinnerung sein, aus na, welchem Film? Kleine Hilfe – ein berühmtes Filmzitat ist: “We’re gonna need a bigger boat!”
And so they did:

Zusammen mit Christian und zwei Mietfahrrädern fuhren wir bis an die Ostküste von Chappaquiddik, einer kleinen Subinsel von Martha’s Vineyard. Neben unglaublich großen Wellen und schönem Sandstrand hat diese Insel auch vor exakt 40 Jahren und zwei Tagen Berühmtheit erlangt als das Ende von Ted Kennedys Präsidentschaftsplänen – er fuhr dort betrunken seine Sekretärin in den Tod (“the Chappaquiddik incident”). Nuja, ich habe mir dort nur einen Sonnenbrand geholt, aber der hat es in sich!
Auf dem Rückweg haben wir noch einen schönen Blick auf die Landzunge zwischen Woods Hole und Nobska Point gehabt…

Geburtstag
Ach ja, da war ja was: Alle Jahre wieder und so…
Riesengeburtstagsfan der ich bin, hatte ich ja ein wenig gehofft hier in Woods Hole würde das untergehen in all dem Stress. Weit gefehlt! Irgendwann war das ganze Lab leer, und unter kruden Vorwänden wurde ich in den “Pit”, unseren Aufenthaltsraum geschleust. Dort, erst alles dunkel und dann Riesenüberraschung, alle da und “Happy Birthday” johlend! Dazu gabs lecker amerikanisch Pampe-Kuchen, Sekt und Kerzenausblasen – doch, war nett!
Das Highlight war allerdings schon vorher geplant: Doppel-Lobster-Special bei Shuckers, dem Restaurant neben Kaptain Kidd (für die Eingeweihten). Für läppische US$ 24 bekommt man Miesmuscheln, andere Muscheln, Maiskolben, Hummer – und Dienstags NOCH einen Hummer gratis dazu. Wir sind bestimmt zu zehnt dorthin, war lustig.


Abends im Kidd wurde ich Opfer des Drink-Brauches: Ziemlich viele fühlten sich bemüßigt, mir einen Drink zu spendieren, da waren neben Klassikern wie Tequila auch Spezialitäten wie “brain hemorrhage” dabei! Ich hatte dummerweise Laura verraten, dass ich einen “Schnapsgeburtstag” feiere, und als ehemalige Barkeeperin kam sie mit der Hirnblutung um die Ecke (nachdem sie dem Barkeeper erklärt hat wie man ihn macht).

Davor und danach war selbstverständlich 3h Vorlesung, Labor, Labor…
Ach ja, das hätte ich fast vergessen: Meine brasilianische Laborpartnerin an dem Tag versuchte, “Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag” zu sagen: Fail. Es klappte so halbwegs, nachdem sie es lautmalerisch ins portugiesische übersetzt hat: “Rertislichen gluckvunchi tsum guibultstack!”
Die erste Woche
Soweit, so gut. Das patchen an Xenopus sowie Mauscerebellum und Maus-Trigeminalzellen läuft halbwegs. Meine Kenntnisse über Ionenströme, Kondensatoren, Widerstände, Kanaldynamiken usw. wurden diese Woche um etwa 600% geboostet. Nach seinem Vortrag bei uns im Seminar habe ich mit Rod MacKinnon gestern einen kleinen Plausch über Kajakfahren auf dem Atlantik gehabt – er ist leidenschaftlicher Kajakfahrer und legt deshalb seine Woods Hole talks immer auf Freitag, um im Anschluss hier rumzupaddeln. Wer nicht weiß wer Rod ist, kann ihn ja mal googlen… Die Talks sind unglaublich, aber fünf Tage die Woche jeweils drei Stunden geht an die Substanz, soviel weiß ich jetzt schon! Special lectures sind da noch nicht mal dabei!
Das Wetter war die letzten Tage durchwachsen mit Regen, pünktlich zum Wochenende kommt aber die Sonne raus. Morgen gibt es große Einführung aller Kurse mit Brunch und Belehrung über sexual harassment, später trifft sich unser Kurs zum Asado (südamerikanisches Grillen) bei unseren Kursleitern. Jetzt läuft gerade meine erste Waschmaschinenladung, nachdem ich heute morgen kurz joggen war. Wenn ich Glück habe, schaffe ich es mindestens einmal die Woche zu laufen (und zu waschen).
Daily routine
Das war der Montag: Aufstehen um 7 Uhr, Frühstück (besser als erwartet), Formalitäten abklären mit Stipendium, Ausweis usw., von 9 Uhr bis 12 Uhr dann Vorlesung über die Nervenzell-Basics (Ohmsches Gesetz, Nernstsche Gleichung, lustige Aktionspotential-Animationen…), zwei Stunden Mittagspause mit dem Vortragenden, dann Labor. Hier haben Christian (der Däne) und ich Patchclamp an Tectumzellen von Xenopus-Kaulquappenhirnen gemacht – lief ganz gut! Das ging so bis halb zwölf, dann noch einige Absackerbierchen getrunken. Im Laufe des Nachmittags haben wir noch 20 Seiten Text über die whole cell patchclamp Technik bekommen, zu lesen bis morgen 9 Uhr für die Vorlesung. Damit werde ich jetzt (8 Uhr) mal anfangen, früher ging nicht. So long!
Kapstadt
Jaa, es tut sich mal wieder was auf meinem Blog. Diesmal bin ich mit zwei Leuten der Jenaer Uni unterwegs in Suedafrika, Insekten sammeln. Erste Station ist Kapstadt, wo wir die ersten beiden Tage verbringen, den Tafelberg auf Gottesanbeterinnen und Schaben hin absuchen und uns verproviantieren. Dann geht es in unser eigentliches Zielland, Namibia.
Hier in Kapstadt hoffe ich heute abend noch Lisa zu treffen, meine ehemalige Mitbewohnerin die hier ein Jahr studiert. Immerhin, telefoniert haben wir schon. Kapstadt selbst hat wohl mit Afrika nicht soo viel zu tun, was mir von unserem momentanen Gastgeber auch bestaetigt wurde. Aber im Vergleich zu Deutschland, das bei meiner Abreise noch im Vorfruehlings-Schneechaos versunken ist, ist es hier angenehm warm und ich habe mir direkt den ersten leichten Sonnenbrand auf dem Tafelberg geholt – und die Kap-Pinguine besucht!
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