Ach ja, was ein schöner Rahmen: Zu Beginn unserer Japanzeit konnte man die Fujispitze schön sehen und heute am Sonntag wieder! Ich war ja noch in SOKENDAI, und was will man mehr als Wind, Sonne, Wasser und einen schwebenden Fuji! Der Tag hat eh gut angefangen: Kleine Runde im Swimming Pool vom Shonan Village Center gedreht, anschliessend in die zugehörige Sauna, dann lecker Curry gekocht (also Sandra), tja, dann leider das Urlaubsresort SOKENDAI verlassen um in Tokyo noch ein wenig Immuncytochemie in der Uni zu betreiben…
Aber die Bilder sind so schön, da verzichte ich mal auf Thumbnails!
…oder ist es doch das schwebende Schloss Laputa? Als ich zumindest in der Uni ankam bot sich mir aus dem Fenster folgendes Bild:
Wunderschön, erst Fuji aus dem Osten dann aus dem Norden…
Letzten Freitag war ich mit Sandra in Kamakura am Strand eines der grossen japanischen kulturellen Events erleben: Hanabi (Feuerwerk), sehr szenisch von einem kleinen Ponton in der Bucht aus gestartet. Angesetzt war das Feuerwerk für 19 Uhr, und bei der japanischen Pünktlichkeit konnte man auch davon ausgehen dass das so sein würde. Michiyo empfahl uns rechtzeitig an den Strand zu gehen um noch einen Platz zu bekommen, ein Rat der sich als wertvoll entpuppte. Wir kamen um 16 Uhr am Bahnhof an und bewegten uns mit der Menschenmasse Richtung Strand. Dort angekommen bot sich uns folgendes Bild:
Zwischen all den Reservier-Plastikplanen ergatterten wir noch zwei Handtuchbreit Platz und genossen die Mengen, das Wasser, das an den Büdchen erstandene Essen (Tako(Oktopus)-Teigbällchen, Sushi, Nudeln) und die klassische Musik. Ja, richtig gehört. Hier wurde über die Strandlautsprecher dezenter Jazz bzw. Klassik eingespielt:
Nun ja, irgendwann wurde es dämmrig, und unter allgemeiner Anteilnahme des Publikums (und einer sehr lauten weiblichen Stimme aus dem Lautsprecher) wurde der Countdown für das Feuerwerk runtergezählt. Die weibliche Stimme meldete sich auch immer wieder zwischen den Feuerwerks-”Schüben” und kommentierte diese (glauben wir). Immerhin dauerte das Feuerwerk 1,5 Stunden und bestand aus etwa 40 “Kapiteln”. (Btw: Weiss jemand was “ban” heisst?)
Leider ging der Akku meiner Digicam zu Neige, daher hier nur eine kurze Impression des (noch recht unspektakulären) Feuerwerksanfanges. Aber seid versichert, es war sehr schick! Zwischendurch zog ein kleiner Schlepper noch ein schwimmendes Ponton mit einer mobilen “Abschussbasis” hinter sich her, auch sehr beeindruckend. Leider kam der Wind vom Meer so dass manche Lichtgarben lediglich die Rauchwolken der vorangegangenen Explosionen erleuchteten - was manchmal gut, manchmal garnicht aussah.
Besonders hohe Raketen wurden immer mit grossem “Oohhh!” und Klatschen kommentiert, also mangelnde Begeisterungsfähigkeit kann man den Japanern wirklich nicht unterstellen.
Der Knüller war dann halt das Zurückkommen. Menschenmassen, die alle einen Zug bekommen wollen. Wir standen - polizeigeregelt - eine Stunde auf der Strasse vor dem Bahnhof an (ja, alles schön nach Plan!) zwischen lauter unglaublich diziplinierten Menschen die Schwangere, Mütter mit Kleinkindern und Senioren ohne zu Murren durchliessen, alles untermalt von Polizeidurchsagen die wir nicht verstanden. Mit Sicherheit war es was wie “es geht gleich weiter, danke das sie Geduld haben, bleiben sie ruhig, bleiben sie hinter den Absperrungen…”
Wir konnten selbst kaum glauben als wir noch rechtzeitig für unseren letzten Anschlussbus in Zushi ankamen!
Das war auch so’n Ding. Immer noch leicht Jetlag-behaftet kommt da morgens um 6:45 Uhr eine Gruppe Jogger am Fenster vorbei, die das mit der Corporate Identity wohl ziemlich ernst nehmen…
Das ganze ist gefilmt vom Balkon unseres Hotelzimmers in SOKENDAI. Beim anschliessenden Schwenk sieht man auch das Haus unseres Nachbarn von gegenüber - ich glaube der hat entweder zu viele Perry Rhodan-Cover angeschaut oder er will der neue Erzschurke in einem Bondfilm werden.
Auch so etwas, was einem hier sofort ins Auge fällt: an jeder Ecke stehen Getränkeautomaten. Die obere Reihe ist meist grüner Tee, dann verschiedene Säfte, Soft drinks, Wasser etc… Der Typ ist übrigens Sebastian, mein Hotelzimmermitbewohner. Der steht allerdings vor ‘nem Kippenautomaten.
So, darauf habt ihr doch gewartet, lustige Eigenheiten aus Nipponland!
Nun denn, das hier ist mein Klo in SOKENDAI. Die Knöpfe sind nicht zur Zierde da, neinnein. Da hätten wir neben dosierbarem Wasserstrahl noch Bidet, Sitzheizung und Gebläse!
Nummer zwei:
Das ist jetzt vielleicht weniger lustig, aber stellte uns doch vor Probleme. Ich verrate mal soviel: das Ding ist ein Wäschetrockner. Man glaubt garnicht wie viele Optionen man an so einem Gerät auswählen kann!
In dem Zusammenhang: das Leseproblem bleibt bestehen - ich musste schmerzlich unter der Dusche feststellen, dass das vermeintliche Shampoo in Wirklichkeit Conditioner war…
Nummer drei:
Das Snack-Regal. Während die obere Reihe ja noch ganz vertraut aussieht, sind die richtig guten Dinge darunter: das meiste ist getrocknetes Ozean-Getier: Fisch, Tintenfisch, Oktopus …hab ich direkt eine Packung am ersten Abend weggeputzt, sehr lecker!
Tja, und da isser auch! Das ist der Blick von SOKENDAI aus…
Man sagte uns, dass wir uns sehr glücklich schätzen können den Fuji zu sehen. Zum einen weil es wohl Glück bringen soll und weil normalerweise die Regenzeit schon da ist und man nur Wolken sieht. Kleine Notiz: Fujiyama ist falsch, man sagt Fujisan oder höchstens noch Mount Fuji…
ist 31 Jahre alter Bio-Doktorand, der gerade zwei Monate als JSPS-Stipendiat in Tokyo/Japan ist. Und weil das Massenmailschreiben immer so eine Sache ist, gibt es jetzt alle Infos hier.