Wolf und die Welt

Diverse Belanglosigkeiten

Der Biolog’, der Biolog’…

… der kann halt nicht aus seiner Haut:

Heute ist es mir endlich mal gelungen, den lokalen Lärmverursacher Nummer eins dingfest zu machen:

et voila:

zikade

アブラゼミ
Graptopsaltria nigrofuscata, eine Singzikade

Die Art zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Wer sich auch anhören mag wie das klingt, auf Izu-Hanto habe ich eine aufgenommen (ignoriert das Video):

August 7, 2007 Verfasst von Wolf | Eigenheiten, Japan, Reise | | Keine Kommentare

Urlaub - Tag 9 - Chuzenji-ko

Wunderschön hier, vor allem wunderschön kühl. Recht früh verliessen wir den Campingplatz Richtung Wandergebiet. Unser erstes Ziel hiess Yumoto-Onsen, noch mit dem Bus zu erreichen. Wie der Name schon sagt (Onsen), hier gibt es heisse Quellen.

Yumoto

Und hier begann unser Tagestrip. Nachdem wir uns gegen Gipfelsturm (es hätte 2500 m gegeben) und für Rundwandern entschieden haben, wurden wir nicht enttäuscht.

Insbesondere nicht, da es später zuzog und sogar regnete, was beides sicherlich weiter höher noch unangenehmer gewesen wäre.

Baum See Plains

So war das einzige was manchmal störte die sechs Schulklassen bzw. Ferienlagertrupps mit jeweils etwa 30 zwölfjährigen Japanern/-innen und entsprechendem Lautstärkepegel. Da folgende Video war schon gegen Ende des Weges, da waren sie etwas zahmer:

Hat man eine Gruppe abgehängt, rannte man in die nächste.

Ansonsten kam man sich vor wie in einem Wald der diversen Miyazaki-Animefilme (Mononoke, Mein Nachbar Totoro); viel Moos, viel grün, viel schön.

Der zweite Teil der Wanderung ging in ein Sumpfgebiet über, welches zu Füssen des Narai-Berges liegt. Hier fing es auch an zu regnen, aber irgendwie passte das dazu.

plains1 cheese wasserfall

Da Bild von Sandra schaut zwar ein wenig bescheuert aus, war aber der Versuch, das Fotogehabe der Japaner/-innen nachzustellen. Wichtige Merkmale: Viktory-Zeichen, leicht schräges Stehen, Füße inwärts gerichtet. Immer! Und hier nochmal die Sumpfgegend, mit umnebeltem Narai im Hintergrund.

Schliesslich und endlich auf dem Rückweg zu unserem Campingplatz kamen wir noch bei den Ryuzu-Fällen vorbei, und da gelang mir dieses Bild auf das Caspar David Friedrich stolz gewesen wäre. Ich schwöre, ich habe den Typ nicht gezwungen so dazustehen!

CDF

Das war der Urlaub. Nach Einsammeln der Rucksäcke fuhren wir wieder mit dem Bus nach Nikko und von da mit dem Zug zurück nach Tokyo. Im Zug jedoch leisteten wir uns für die anstrengnde Wanderung noch so ein Lunch-paket, welche es in jeder Bahnhofs-Station zu kaufen gibt und die in äusserst schmucken Schächtelchen verkauft werden. Oichi!!

Lunchbox oichi

August 3, 2007 Verfasst von Wolf | Eigenheiten, Gegend, Japan, Leute, Reise | | Keine Kommentare

Urlaub - Tag 8 - Nikko/Chuzenji-ko

Die letzte Station unseres Urlaubes sollte nochmal ein Wandergebiet sein, diesmal allerdings rund 900 m höher in den japanischen Alpen, was wir klimatechnisch sehr begrüssten. Das rund zweieinhalb Stunden nördlich von Tokyo gelegene Nikko ist auch tempeltechnisch sehr sehenswert, diesbezüglich hatten wir aber vorerst genug. Wen es interessiert, in Nikko ist unter anderem das Original der drei Affen (nichts Böses sehen, hören, sagen) zu finden. Für uns blieb von Nikko erstmal nur der Eindruck der Touri-Information und dieser Brücke hier:

Brücke

Der Sage nach wollte ein Mönch hier den Fluss überqueren, und ein Gott hat ihm dann freundlicherweise zwei Schlangen über den Fluss gespannt - bischen exaltiert, wenn ihr mich fragt.

Von Nikko aus ging es direkt für eine Stunde weiter mit dem Bus zum 400 m höhergelegenen See Chuzenji, genauer zum Campingplatz an seinem Ufer. Schöner See, schöne Landschaft, einige Kanus, Segler und Motorboote und - keiner badet! Verboten! (manchmal, ja manchmal…)

Chuzenji-ko

Wieder war es bereits zu spät noch was Großes zu reissen, also sahen wir uns nach Zeltaufbau in Ruhe das Örtchen Chuzenji an samt seines Naturmuseums, hatten unser Urlaubs-End-Dinner im japanischen steinernen Schweinchen (kleiner Insider), und ich machte noch ein Foto für ein weiteres Bilderrätsel (mal wieder leicht)! Was sieht man (1) da oben am Rand des Gebäudes stehen, und (2) was erwartet einen in dem schnuggeligen kleinen Häuschen?

Schwein ChuzenjiKatakana

August 3, 2007 Verfasst von Wolf | Gebäude, Gegend, Japan, Reise | | Keine Kommentare

Urlaub - Tag 7 - Futo/Izu

Für den Tag hatten wir uns vorgenommen einen “beautiful hiking trail along the coast line” entlangzuwandern. Sprich, mit der Bahn zwei Stationen weiter, dann konnten wir gemütlich den Tag über zurücklaufen. Unser Gepäck durften wir nach Hand- und Fussverständigung auf der Veranda der Platzmama parken, und los ging’s.

Der Wanderweg war in der Tat sehr schön. Hängebrücken, Säulenbasaltinseln, steile Kliffs mit szenischen Kiefern, verwunschene Treppen und Urwaldfeeling - und unerträglich schwüle Hitze.

IzuIzu1

Im Glauben in Japan steht eh an jeder Ecke ein Getränkeautomat, hatten wir nicht genug Wasser mitgenommen. Man will ja nicht jammern, aber es gibt einen Grund warum das Bild von uns beiden mit hochroten Köpfen und dehydriert hier nicht gepostet wird…

Irgendwann kamen wir wieder in belebtere Gebiete (mit Essbuden, Getränken und einer Tauchschule) mit lustigen Warnschildern die man an Nord- und Ostsee wohl nicht sehen wird:

Tsunami

Ziemlich fertig und etwas sonnenverbrannt holten wir gegen Spätnachmittag unsere Rucksäcke ab und fuhren Richtung Tokyo, um bei mir einen Zwischenstop zu machen und mal wieder günstig zu übernachten.

August 3, 2007 Verfasst von Wolf | Gegend, Japan, Reise | | 1 Kommentar

Urlaub - Tag 6 - Futo/Izu

Also ging es weiter Richtung Norden, erst nach Atami, und dann nach Ito zur Touri-Information. Erste schlechte Nachricht: der Campingplatz, den wir uns erst ausgekuckt hatten gab es nicht mehr. Zweite schlechte Nachricht: der andere Campingplatz ist ziemlich weit ausserhalb, etwa 30 Minuten zu Fuss von Bahnhof Futo. Nun denn, JHs gab es garnicht, und da diese Halbinsel so etwas wie das Urlaubseck Tokyos ist, waren Pensionskosten recht hoch. Also gelaufen! Immerhin, auf dem Weg zum Campingplatz sahen wir bei einer Schule diesen netten Ampeldrückknopf:

Kitty

Der Platz war auch fast nicht schwer zu finden, problematischer war das abklären der Details, da die Platzmama quasi gar kein Englisch sprach. Schliesslich kam sie mit ihrer Tochter am Telefon an, das half. Kleiner Trost: der Campingplatz hatte ein Sento (siehe Bilder), sogar mit Blick auf die Büsche. Für Sandra weniger schön: das Sento hatte auch ziemlich große Spinnen. Bei mir konnte man dafür richtig sehen wie unter dem Emaillebottich eingeheizt wurde (man ahnt den Rauch). Das Ganze hatte etwas von Hexenkochtopf, so gefühlsmäßig.

CampositeFuto_sento1Futo_sento2

Es gab einen Grund, warum unsere meisten Mitcamper mit dem Auto angereist waren (und die Tochter am Telefon ganz entsetzt war als sie hörte wir wären zu Fuss gekommen): ausser einem Getränkeautomaten gab es dort nichts.

Aber, freundlich wie die Japaner sind, kam die Tochter noch vorbei und fuhr mit uns einkaufen. Das nenn ich Service! Wir besorgten Abendbrot und Frühstück (und ich bestehe darauf, Labberbrötchen HABEN einen Nährwert…), und, da wir eh nichts grosses mehr machen konnten und auf dem Platz festhingen: Sake. Wieder grosse Augen bei der Tochter: “You know, if you drink too much Sake, it will make you dizzy in your head!” Und? Darum geht’s doch! So eine Zeltübernachtung erträgt sich besser mit etwas Bettschwere. Aber gut, nur 2 Gläser/Person… Wir haben es später bereut.

August 3, 2007 Verfasst von Wolf | Gegend, Japan, Leute, Reise | | 1 Kommentar

Urlaub - Tag 5+6 - Nara

Nara, auch so eine Stadt der “must see in Japan”-Kategorie. Wir kamen erst gegen Nachmittag in Nara an, sperrten unsere Rucksäcke im Bahnhof weg und gingen Richtung Tempelanlagen. Und diesbezüglich hat Nara einiges zu bieten: Diesmal den WIRKLICH größten Bronze-Buddha (mit 16,2 m etwa 5 m höher als der in Kamakura), standesgemäß im grössten reinen Holzgebäude, dem Todai-ji Tempel aus dem 8. Jhdt. Natürlich ist dieser (wie fast jeder in Japan) mehrfach abgebrannt, wiederaufgebaut, usw… Daher ist der jetzige Tempel zwar immer noch der größte reine Holzbau, aber nicht der größte der jemals hier stand. Zum Unesco-Weltkulturerbe hat es zumindest gereicht.

Im zweiten Bild sieht man das Eingangstor zum Tempelbereich samt zugehöriger Hirsche, die mir hier noch dreister vorkamen als die auf Miyajima. Das dritte Bild zeigt Sandra vor der Tempelglocke, ebenfalls nicht unterdimensioniert.

Todai-jiTodai-ji-TorNara_Glocke

Natürlich hat Nara nicht nur Tempel sondern auch eine sehr schöne Schreinanlage (Kasuga-Taisha), die mit ihren diversen Nebenschreinen sehr weitläufig im Nara-Park verteilt liegt. In manchen der Schreine werden Kami (Götter) verehrt, deren Name und Funktion schon gar keiner mehr kennt… Ein Teil des Weges ist von zahlreichen Steinlaternen gesäumt, und um euch einen Eindruck der Stimmung dieses Weges in der Abenddämmerung zu vermitteln:

Nunja, wir hatten immer noch nicht das Problem der Übernachtung gelöst, und waren damit ganz auf der Wellenlänge dieses Cafes hier:

Slow-Cafe

Mir war nicht ganz klar worauf sich das “slow” bezieht, aber ich hoffe mal nicht auf den Service!

Der nächste Campingplatz war eineinhalb Stunden mit dem Zug entfernt (und die letzte Bahn schon weg) und die Jugendherberge ausserhalb und teuer. Aber wir hatten noch die Adresse von Mayumi, die ich über den Hospitalityclub gefunden hatte (Zeit für etwas Schleichwerbung, der HC ist wirklich ‘ne feine Sache!). Mayumi betreibt ein kleines Cafe und hat schon diverse Traveller bei sich gehabt. Unangemeldet schauten wir vorbei und fanden uns fünf Minuten später an einem Tisch mit zwei Ungarn und zwei Japanerinnen wieder, wo uns ein hervorragendes Abendessen serviert wurde. Beiläufig fragte uns Mayumi ob wir bei ihr übernachten, und somit war dieses Problem auch gelöst.

Mayumi

Wir verbrachten noch einen entspannten Abend bei ihr im Cafe, und da es keine Dusche gab, hatten Sandra und ich noch unser erstes Sento-Erlebnis in Japan. Diese öffentlichen Badehäuser verschwinden leider zunehmend aus dem Alltag da mehr und mehr Leute zu Hause baden. Ich finde es eigentlich eine nette Idee, abends noch beim heißen Bad mit dem Nachbarn ein Schwätzchen zu halten. Apropos Bad, auch hier hält Japan wieder einen Eigenheit bereit: elektrische Stimulationsbäder! Ein separater Beckenbereich, durch den Strom geleitet wird. Erst spürt man nur ein leichtes Kribbeln, doch wenn man mit dem M. gluteus maximus ins Wasser kommt hört der Spass auf. Bei mir auf der Herrenseite nutzte es keiner, Sandra meinte ihre Frauen drängten sie förmlich dazu es auzuprobieren, da es toll gegen Schulterverspannungen sei. Ihr blieb fast das Herz stehen.

Am nächsten Tag ging es dann zeitig zum Bahnhof, da wir auf der Halbinsel Izu-Hanto wandern wollten!

August 3, 2007 Verfasst von Wolf | Gebäude, Gegend, Japan, Leute, Reise | | 1 Kommentar

Urlaub - Tag 3+4+5 - Kyoto

In Kyoto übernachteten wir bei dem diesbezüglich schon schwer in Beschlag genommenen Christoph, und als wir Montag abends in seinem Haus (ja richtig, Haus!) in Norden von Kyoto ankamen wussten wir auch wieso. Eigentlich lustig: Da Christoph als Geisteswissenschaftler ein eher untypischer JSPSler ist, dachte sein Gastinstitut wohl er sei bereits “sensei”, also Lehrer, und habe somit Anspruch auf eine etwas gediegenere Unterkunft. Oder er hatte einfach Glück. Zumindest bewohnt er für ein Drittel meiner Tokyo-Miete ein Stockwerk mit Schlafzimmer (zwei Betten), Wohnzimmer, Wohnküche, und Bad, und ist somit die perfekte Kyoto-Unterkunft für arme Mit-JSPSler.

Was macht man in Kyoto? Richtig, Tempel anschauen. Christoph empfahl uns eine sehenswerte Auswahl (und es gibt genug Auswahl: etwa 1600 Tempel und rund 400 Schreine), und so sahen wir (unter anderem, ich will euch nicht langweilen) neben dem Gold-Pavillon Kinkaku-ji den großartigen Ryoan-ji mit einem der ersten Zen-Gärten. Unnötig zu erwähnen, das beide Tempel zum Weltkulturerbe gehören.

Abends trafen wir uns wieder mit Christoph sowie zwei weiteren deutschen JSPSlern aus Kyoto, Sebi (mein Sokendai-Zimmergenosse) und Carl. Wir hatten ne Menge Spass, gutes Essen, viele gute Cocktails für 300 Yen/Stück, trafen Camille und ihren Freund (mal wieder), und liessen den Abend lustig mit Bierchen am Ufer des Kamogawa (= Kyotos Stadtfluss) ausklingen.

Christoph-TempelChristoph-Tempel2Christoph-Tempel3 Bremen

Dementsprechend spät kamen wir am nächsten Morgen aus dem Bett, und nach Besichtigung des wirklich sehenwerten Lieblingstempels von Christoph (und einem Zweitfrühstück in der Bäckerei “Bremen”) ging es für uns weiter ins nicht weit entfernte Nara.

August 1, 2007 Verfasst von Wolf | Gebäude, Gegend, Japan, Leute, Reise | | Keine Kommentare

Urlaub - Tag 2+3 - Miyajima

Nachdem wir am 21.8. abends noch in der Jugendherberge von Hiroshima in Sandras Geburtstag reingefeiert haben ging es am nächsten morgen weiter nach Südwesten auf die heilige Insel Miyajima. Interessante Fakten hierzu:

Die Insel beherbergt seit dem 6. Jahrhundert einen Schrein, auf der Insel darf nicht gestorben noch geboren werden (unrein!) und Frauen ist das Betreten erst seit dem 20. Jahrhundert erlaubt. Die Insel, die Tempel und Schreine sind äußerst malerisch, nicht umsonst gilt die Insel als eine der drei schönsten Landschaften Japans und gehört zum Weltkulturerbe.
Manchen ist vielleicht das große rote Tor im Meer ein Begriff (O-Torii), wahrscheinlich eines der meistfotografierten Objekte in Japan. Neben der Landschaft fallen einem auch die zahmen bis zudringlichen Hirsche auf, die bereits am Fährhafengebäude auf einen warten und bei Unaufmerksamkeit alles essen was sie bekommen: Kekse, Tickets, Karten, Plastiktüten, Shorts,…

Auf der Insel kam zum ersten Mal unser Minizelt zum Einsatz, da der Strand an der Nordseite einen der raren Campingplätze besass. Dort gab es jede Menge Platz und wieder Hirsche als Nachbarn, aber keine Duschen, naja. Dafür war er sehr billig, 300 Yen/Person/Nacht, das sind 1,90 €.

Nachdem unser Zelt stand sind wir durch den Wald auf den Berg Misen (heilig, was sonst) gewandert, bei mehr als schwülem Wetter und leicht bedecktem Himmel. Oben wurden wir mit einem freundlichen “Konnichiwa Ihr beiden!” von Jan begrüsst, einem weiteren deutschen JSPS-Fellow der mit seiner Familie unterwegs war. Auf der ganzen Bergspitze rennen oder liegen halbzahme Affen rum, manche lausen die Hirsche die da auch rumliegen, manche klauen Handtücher (gell Sandra?). Etwas weiter haben wir dann noch Camille getroffen, diesmal eine französische JSPS-Fellow die uns bereits in Hiroshima über den Weg gelaufen ist. Japan ist klein. Und schwül. Und öfters mal bedeckt, so dass wir von “einer der schönsten Aussichten Japans” von der Bergspitze aus nicht viel gesehen haben.

Abends gönnten wir uns noch ein dickes Geburtstagsfestessen (Okonomiyaki, eine Art Pfannkuchen auf Kohl), eine Touri-Lichtshow im Hafen und ein Bierchen mit Camille und ihrem Freund, dann ging’s ins Zelt. Den nächsten Morgen mit gepackten Rucksäcken noch ‘ne schnelle Runde im Pazifik gedreht, alles ins Schliessfach am Fährhafen, die Tempel besichtigt, und abends ging es weiter nach Kyoto!

http://de.wikipedia.org/wiki/Miyajima

August 1, 2007 Verfasst von Wolf | Essen, Gegend, Japan, Leute, Reise | | 1 Kommentar

Urlaub - Tag 1 - Hiroshima

Mit unserem JR Railway Pass ging es am Samstag morgen um fünf (21.7.) los. Sandra und ich nahmen einen schicken Shinkansen (Hikari), der uns mit einmal umsteigen in Okayama in etwa 5 Stunden ins 900 Strecken-km entfernte Hiroshima brachte. Fotos werden nachgeliefert, da ich meinen vollen Memorystick bei Christoph in Kyoto auf dem Laptop zwischengelagert habe.

Was soll man zu Hiroshima sagen? Wir gingen zum Hypozentrum der Bombenexplosion (War mir nicht bewusst: um die Effektivität der Bombe zu verstärken wurde sie in etwa 600 m Höhe über der Stadt gezündet) und bekamen ziemlich beklemmende Eindrücke des Angriffs im Museum mit. Viele multimedial aufgearbeitete Einzelschicksale nehmen den Opfern die Anonymität einer Massenvernichtungswaffe. Zeitdokumente zur Atombombe (Entwicklung, Kosten, politische Entscheidungen, Abwurfsort, Abwurfs-LAND!, Stand des Krieges) lassen das Hauptargument (baldige Beendigung des Pazifik-Krieges) etwas dünn aussehen. Nach der Druckwelle (erst Über- dann Unterdruck) kam die Hitzewelle, dann die Strahlung. Die unmittelbare Opferzahl lässt sich nur auf +/- 10.000 genau angeben, die Spätfolgen bei den Überlebenden und deren Kindern halten immer noch an.

Nichtsdestotrotz - die Militärführung war selbst nach Nagasaki nicht zu einer Kapitulation bereit. Der Tenno entschied dies wohl eigenmächtig gegen seine Berater.

Seit Kriegsende schreibt der amtierende Bürgermeister von Hiroshima anlässlich jedes Atomtests eine Protestnote an das entsprechende Land, ich meine es sind inzwischen rund 600. Heute präsentiert sich Hiroshima als lebendige lebenslustige Stadt (die zehntgrößte Japans), die nicht nur auf den Bombenabwurf reduziert werden möchte (auch wenn ich es hier tue).

http://de.wikipedia.org/wiki/Hiroshima

Juli 31, 2007 Verfasst von Wolf | Gebäude, Gegend, Japan, Reise | | Keine Kommentare

Urlaub vorbei!

So, für alle die schon seit geraumer  Zeit einen neuen Eintrag vermissen: ich bin gerade aus meinem einwöchigen Urlaub zurückgekommen… Sobald ich dazu komme wird dieser Urlaub (und das Wochenende davor) aufgearbeitet, versprochen!

Wie man sich denken kann ist allerdings dieses Blog nicht das einzige was aufgearbeitet werden muss, daher…

Soviel vorweg: Japan ist sehr sehenswert, eigentlich so günstig wie Deutschland, nur es könnte mehr Campingplätze vertragen! Wildes campen ist ja streng verboten.

Juli 29, 2007 Verfasst von Wolf | Japan, Reise | | Keine Kommentare