Martha’s Vineyard
…ist eine Insel vor Woods Hole, manchen bekannt als Rekreationsort der amerikanischen Noblesse. Dafür sprechen diese Bilder:

Aber auch norddeutsches ist hier vertreten:
(für dich, Mona)
Anderen dürfte der kleine Ort Edgartown als Filmort „Amity“ in Erinnerung sein, aus na, welchem Film? Kleine Hilfe – ein berühmtes Filmzitat ist: „We’re gonna need a bigger boat!“
And so they did:

Zusammen mit Christian und zwei Mietfahrrädern fuhren wir bis an die Ostküste von Chappaquiddik, einer kleinen Subinsel von Martha’s Vineyard. Neben unglaublich großen Wellen und schönem Sandstrand hat diese Insel auch vor exakt 40 Jahren und zwei Tagen Berühmtheit erlangt als das Ende von Ted Kennedys Präsidentschaftsplänen – er fuhr dort betrunken seine Sekretärin in den Tod („the Chappaquiddik incident“). Nuja, ich habe mir dort nur einen Sonnenbrand geholt, aber der hat es in sich!
Auf dem Rückweg haben wir noch einen schönen Blick auf die Landzunge zwischen Woods Hole und Nobska Point gehabt…

Humpback Whalewatching
Diesen Sonntag haben sich drei von uns an den Embryology-Kurs angehängt und sind nach Provincetown, MA gefahren zum Whalewatching. Der hier häufigste Wal ist der Buckelwal (nach fast vollständiger Ausrottung des Northern Right Whale, aber das ist eine andere Geschichte – ratet mal, woher der Name „Right Whale“ kommt…). Der Buckelwal ist bekannt für seine Gesänge (davon haben wir weniger mitbekommen) und seine „breaches“, seine Sprünge aus dem Wasser. Leider hat meine Kamera genau in dem Moment die Linse eingezogen als ein Wal vor uns sprang, aber ihr werdet einen groben Eindruck auch so bekommen…



Namibia 2009
Und auch 2009 führt mich mein Weg ins Land der Wüsten und der Trockenheit – dachte ich. Nur dass Namibia dieses Jahr regelrecht abgesoffen ist, die ehemalige Minenstadt Uis war da recht eindrucksvoll. Ansonsten hat mich der Caprivi-Streifen im Nordosten gesehen wie auch das Kaokoveld im äußersten Nordwesten, wo ich wieder mal mit meinen Jenaer Kollegen im bewährten Team Insekten jagte.

Jetzt schält sich mein Sonnenbrand im ungleich kälteren Marburg, wo es zwar auch regnet aber irgendwie ist es nicht das gleiche…
Kapstadt
Jaa, es tut sich mal wieder was auf meinem Blog. Diesmal bin ich mit zwei Leuten der Jenaer Uni unterwegs in Suedafrika, Insekten sammeln. Erste Station ist Kapstadt, wo wir die ersten beiden Tage verbringen, den Tafelberg auf Gottesanbeterinnen und Schaben hin absuchen und uns verproviantieren. Dann geht es in unser eigentliches Zielland, Namibia.
Hier in Kapstadt hoffe ich heute abend noch Lisa zu treffen, meine ehemalige Mitbewohnerin die hier ein Jahr studiert. Immerhin, telefoniert haben wir schon. Kapstadt selbst hat wohl mit Afrika nicht soo viel zu tun, was mir von unserem momentanen Gastgeber auch bestaetigt wurde. Aber im Vergleich zu Deutschland, das bei meiner Abreise noch im Vorfruehlings-Schneechaos versunken ist, ist es hier angenehm warm und ich habe mir direkt den ersten leichten Sonnenbrand auf dem Tafelberg geholt – und die Kap-Pinguine besucht!
Der Biolog’, der Biolog’…
… der kann halt nicht aus seiner Haut:
Heute ist es mir endlich mal gelungen, den lokalen Lärmverursacher Nummer eins dingfest zu machen:
et voila:
アブラゼミ
Graptopsaltria nigrofuscata, eine Singzikade
Die Art zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Wer sich auch anhören mag wie das klingt, auf Izu-Hanto habe ich eine aufgenommen (ignoriert das Video):
Urlaub – Tag 9 – Chuzenji-ko
Wunderschön hier, vor allem wunderschön kühl. Recht früh verliessen wir den Campingplatz Richtung Wandergebiet. Unser erstes Ziel hiess Yumoto-Onsen, noch mit dem Bus zu erreichen. Wie der Name schon sagt (Onsen), hier gibt es heisse Quellen.
Und hier begann unser Tagestrip. Nachdem wir uns gegen Gipfelsturm (es hätte 2500 m gegeben) und für Rundwandern entschieden haben, wurden wir nicht enttäuscht.
Insbesondere nicht, da es später zuzog und sogar regnete, was beides sicherlich weiter höher noch unangenehmer gewesen wäre.
So war das einzige was manchmal störte die sechs Schulklassen bzw. Ferienlagertrupps mit jeweils etwa 30 zwölfjährigen Japanern/-innen und entsprechendem Lautstärkepegel. Da folgende Video war schon gegen Ende des Weges, da waren sie etwas zahmer:
Hat man eine Gruppe abgehängt, rannte man in die nächste.
Ansonsten kam man sich vor wie in einem Wald der diversen Miyazaki-Animefilme (Mononoke, Mein Nachbar Totoro); viel Moos, viel grün, viel schön.
Der zweite Teil der Wanderung ging in ein Sumpfgebiet über, welches zu Füssen des Narai-Berges liegt. Hier fing es auch an zu regnen, aber irgendwie passte das dazu.
Da Bild von Sandra schaut zwar ein wenig bescheuert aus, war aber der Versuch, das Fotogehabe der Japaner/-innen nachzustellen. Wichtige Merkmale: Viktory-Zeichen, leicht schräges Stehen, Füße inwärts gerichtet. Immer! Und hier nochmal die Sumpfgegend, mit umnebeltem Narai im Hintergrund.
Schliesslich und endlich auf dem Rückweg zu unserem Campingplatz kamen wir noch bei den Ryuzu-Fällen vorbei, und da gelang mir dieses Bild auf das Caspar David Friedrich stolz gewesen wäre. Ich schwöre, ich habe den Typ nicht gezwungen so dazustehen!
Das war der Urlaub. Nach Einsammeln der Rucksäcke fuhren wir wieder mit dem Bus nach Nikko und von da mit dem Zug zurück nach Tokyo. Im Zug jedoch leisteten wir uns für die anstrengnde Wanderung noch so ein Lunch-paket, welche es in jeder Bahnhofs-Station zu kaufen gibt und die in äusserst schmucken Schächtelchen verkauft werden. Oichi!!
Urlaub – Tag 8 – Nikko/Chuzenji-ko
Die letzte Station unseres Urlaubes sollte nochmal ein Wandergebiet sein, diesmal allerdings rund 900 m höher in den japanischen Alpen, was wir klimatechnisch sehr begrüssten. Das rund zweieinhalb Stunden nördlich von Tokyo gelegene Nikko ist auch tempeltechnisch sehr sehenswert, diesbezüglich hatten wir aber vorerst genug. Wen es interessiert, in Nikko ist unter anderem das Original der drei Affen (nichts Böses sehen, hören, sagen) zu finden. Für uns blieb von Nikko erstmal nur der Eindruck der Touri-Information und dieser Brücke hier:
Der Sage nach wollte ein Mönch hier den Fluss überqueren, und ein Gott hat ihm dann freundlicherweise zwei Schlangen über den Fluss gespannt – bischen exaltiert, wenn ihr mich fragt.
Von Nikko aus ging es direkt für eine Stunde weiter mit dem Bus zum 400 m höhergelegenen See Chuzenji, genauer zum Campingplatz an seinem Ufer. Schöner See, schöne Landschaft, einige Kanus, Segler und Motorboote und – keiner badet! Verboten! (manchmal, ja manchmal…)
Wieder war es bereits zu spät noch was Großes zu reissen, also sahen wir uns nach Zeltaufbau in Ruhe das Örtchen Chuzenji an samt seines Naturmuseums, hatten unser Urlaubs-End-Dinner im japanischen steinernen Schweinchen (kleiner Insider), und ich machte noch ein Foto für ein weiteres Bilderrätsel (mal wieder leicht)! Was sieht man (1) da oben am Rand des Gebäudes stehen, und (2) was erwartet einen in dem schnuggeligen kleinen Häuschen?
Urlaub – Tag 7 – Futo/Izu
Für den Tag hatten wir uns vorgenommen einen „beautiful hiking trail along the coast line“ entlangzuwandern. Sprich, mit der Bahn zwei Stationen weiter, dann konnten wir gemütlich den Tag über zurücklaufen. Unser Gepäck durften wir nach Hand- und Fussverständigung auf der Veranda der Platzmama parken, und los ging’s.
Der Wanderweg war in der Tat sehr schön. Hängebrücken, Säulenbasaltinseln, steile Kliffs mit szenischen Kiefern, verwunschene Treppen und Urwaldfeeling – und unerträglich schwüle Hitze.
Im Glauben in Japan steht eh an jeder Ecke ein Getränkeautomat, hatten wir nicht genug Wasser mitgenommen. Man will ja nicht jammern, aber es gibt einen Grund warum das Bild von uns beiden mit hochroten Köpfen und dehydriert hier nicht gepostet wird…
Irgendwann kamen wir wieder in belebtere Gebiete (mit Essbuden, Getränken und einer Tauchschule) mit lustigen Warnschildern die man an Nord- und Ostsee wohl nicht sehen wird:
Ziemlich fertig und etwas sonnenverbrannt holten wir gegen Spätnachmittag unsere Rucksäcke ab und fuhren Richtung Tokyo, um bei mir einen Zwischenstop zu machen und mal wieder günstig zu übernachten.
Urlaub – Tag 6 – Futo/Izu
Also ging es weiter Richtung Norden, erst nach Atami, und dann nach Ito zur Touri-Information. Erste schlechte Nachricht: der Campingplatz, den wir uns erst ausgekuckt hatten gab es nicht mehr. Zweite schlechte Nachricht: der andere Campingplatz ist ziemlich weit ausserhalb, etwa 30 Minuten zu Fuss von Bahnhof Futo. Nun denn, JHs gab es garnicht, und da diese Halbinsel so etwas wie das Urlaubseck Tokyos ist, waren Pensionskosten recht hoch. Also gelaufen! Immerhin, auf dem Weg zum Campingplatz sahen wir bei einer Schule diesen netten Ampeldrückknopf:
Der Platz war auch fast nicht schwer zu finden, problematischer war das abklären der Details, da die Platzmama quasi gar kein Englisch sprach. Schliesslich kam sie mit ihrer Tochter am Telefon an, das half. Kleiner Trost: der Campingplatz hatte ein Sento (siehe Bilder), sogar mit Blick auf die Büsche. Für Sandra weniger schön: das Sento hatte auch ziemlich große Spinnen. Bei mir konnte man dafür richtig sehen wie unter dem Emaillebottich eingeheizt wurde (man ahnt den Rauch). Das Ganze hatte etwas von Hexenkochtopf, so gefühlsmäßig.
Es gab einen Grund, warum unsere meisten Mitcamper mit dem Auto angereist waren (und die Tochter am Telefon ganz entsetzt war als sie hörte wir wären zu Fuss gekommen): ausser einem Getränkeautomaten gab es dort nichts.
Aber, freundlich wie die Japaner sind, kam die Tochter noch vorbei und fuhr mit uns einkaufen. Das nenn ich Service! Wir besorgten Abendbrot und Frühstück (und ich bestehe darauf, Labberbrötchen HABEN einen Nährwert…), und, da wir eh nichts grosses mehr machen konnten und auf dem Platz festhingen: Sake. Wieder grosse Augen bei der Tochter: „You know, if you drink too much Sake, it will make you dizzy in your head!“ Und? Darum geht’s doch! So eine Zeltübernachtung erträgt sich besser mit etwas Bettschwere. Aber gut, nur 2 Gläser/Person… Wir haben es später bereut.
Urlaub – Tag 5+6 – Nara
Nara, auch so eine Stadt der „must see in Japan“-Kategorie. Wir kamen erst gegen Nachmittag in Nara an, sperrten unsere Rucksäcke im Bahnhof weg und gingen Richtung Tempelanlagen. Und diesbezüglich hat Nara einiges zu bieten: Diesmal den WIRKLICH größten Bronze-Buddha (mit 16,2 m etwa 5 m höher als der in Kamakura), standesgemäß im grössten reinen Holzgebäude, dem Todai-ji Tempel aus dem 8. Jhdt. Natürlich ist dieser (wie fast jeder in Japan) mehrfach abgebrannt, wiederaufgebaut, usw… Daher ist der jetzige Tempel zwar immer noch der größte reine Holzbau, aber nicht der größte der jemals hier stand. Zum Unesco-Weltkulturerbe hat es zumindest gereicht.
Im zweiten Bild sieht man das Eingangstor zum Tempelbereich samt zugehöriger Hirsche, die mir hier noch dreister vorkamen als die auf Miyajima. Das dritte Bild zeigt Sandra vor der Tempelglocke, ebenfalls nicht unterdimensioniert.
Natürlich hat Nara nicht nur Tempel sondern auch eine sehr schöne Schreinanlage (Kasuga-Taisha), die mit ihren diversen Nebenschreinen sehr weitläufig im Nara-Park verteilt liegt. In manchen der Schreine werden Kami (Götter) verehrt, deren Name und Funktion schon gar keiner mehr kennt… Ein Teil des Weges ist von zahlreichen Steinlaternen gesäumt, und um euch einen Eindruck der Stimmung dieses Weges in der Abenddämmerung zu vermitteln:
Nunja, wir hatten immer noch nicht das Problem der Übernachtung gelöst, und waren damit ganz auf der Wellenlänge dieses Cafes hier:
Mir war nicht ganz klar worauf sich das „slow“ bezieht, aber ich hoffe mal nicht auf den Service!
Der nächste Campingplatz war eineinhalb Stunden mit dem Zug entfernt (und die letzte Bahn schon weg) und die Jugendherberge ausserhalb und teuer. Aber wir hatten noch die Adresse von Mayumi, die ich über den Hospitalityclub gefunden hatte (Zeit für etwas Schleichwerbung, der HC ist wirklich ‘ne feine Sache!). Mayumi betreibt ein kleines Cafe und hat schon diverse Traveller bei sich gehabt. Unangemeldet schauten wir vorbei und fanden uns fünf Minuten später an einem Tisch mit zwei Ungarn und zwei Japanerinnen wieder, wo uns ein hervorragendes Abendessen serviert wurde. Beiläufig fragte uns Mayumi ob wir bei ihr übernachten, und somit war dieses Problem auch gelöst.
Wir verbrachten noch einen entspannten Abend bei ihr im Cafe, und da es keine Dusche gab, hatten Sandra und ich noch unser erstes Sento-Erlebnis in Japan. Diese öffentlichen Badehäuser verschwinden leider zunehmend aus dem Alltag da mehr und mehr Leute zu Hause baden. Ich finde es eigentlich eine nette Idee, abends noch beim heißen Bad mit dem Nachbarn ein Schwätzchen zu halten. Apropos Bad, auch hier hält Japan wieder einen Eigenheit bereit: elektrische Stimulationsbäder! Ein separater Beckenbereich, durch den Strom geleitet wird. Erst spürt man nur ein leichtes Kribbeln, doch wenn man mit dem M. gluteus maximus ins Wasser kommt hört der Spass auf. Bei mir auf der Herrenseite nutzte es keiner, Sandra meinte ihre Frauen drängten sie förmlich dazu es auzuprobieren, da es toll gegen Schulterverspannungen sei. Ihr blieb fast das Herz stehen.
Am nächsten Tag ging es dann zeitig zum Bahnhof, da wir auf der Halbinsel Izu-Hanto wandern wollten!
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