mein Haus, mein Bike, mein Boot!
Bäm bäm bäm, knallen die Karten auf den Tisch!
So allmählich wirds hier. Natürlich kommen die wichtigen Dinge zuerst, ein Kanu zum Beispiel. Viiiel wichtiger als ein Bett! Oder ein Auto. Wobei das hier echt praktisch wäre, zwei unverschuldete Fast-Unfälle hatte ich mit meinem schnittigen Bikel schon…

Habe ich erwähnt das mein Haus am See liegt? Die Leute sagen das es am See kalt wird im Winter, aber das nehme ich in Kauf! Hey, Stress-abbauendes Paddeln nach der Arbeit im eigenen Boot hinterm Haus, was will man mehr?

Martha’s Vineyard
…ist eine Insel vor Woods Hole, manchen bekannt als Rekreationsort der amerikanischen Noblesse. Dafür sprechen diese Bilder:

Aber auch norddeutsches ist hier vertreten:
(für dich, Mona)
Anderen dürfte der kleine Ort Edgartown als Filmort „Amity“ in Erinnerung sein, aus na, welchem Film? Kleine Hilfe – ein berühmtes Filmzitat ist: „We’re gonna need a bigger boat!“
And so they did:

Zusammen mit Christian und zwei Mietfahrrädern fuhren wir bis an die Ostküste von Chappaquiddik, einer kleinen Subinsel von Martha’s Vineyard. Neben unglaublich großen Wellen und schönem Sandstrand hat diese Insel auch vor exakt 40 Jahren und zwei Tagen Berühmtheit erlangt als das Ende von Ted Kennedys Präsidentschaftsplänen – er fuhr dort betrunken seine Sekretärin in den Tod („the Chappaquiddik incident“). Nuja, ich habe mir dort nur einen Sonnenbrand geholt, aber der hat es in sich!
Auf dem Rückweg haben wir noch einen schönen Blick auf die Landzunge zwischen Woods Hole und Nobska Point gehabt…

Wasserhaus
DIE Alternative zum Baumhaus! Davon dümpeln so einige hier im Hafen und vor Woods Hole rum – ich finde sie sehr ansprechend…

Im Labor
Sososo, das wollt ihr doch alle wissen – so sieht’s im Neurobiology-Labor aus (heller als gedacht)! Ein bischen erinnert es an Harry Potter mit den verschiedenen Häusern; oben sind „Parasitology“, „Frontiers in Embryology“ und „Neural Systems and Behavior“, wir sind in den Dungeons.

Meine letzte Rotation war mit Angela, sehr sehr lustig. Fürs Foto habe ich ihr gesagt sie soll „bored“ schauen – good job! Das ist auch das Rig, in dem ich jetzt für die nächste Woche mit Liliana alles mögliche am olfaktorischen Bulbus untersuchen werde…

Boston/Worcester-Update
Kleiner Nachtrag:
Bevor ich nach Woods Hole bin, habe ich Stanley und Tini in Boston beehrt. Unter anderem habe ich dort auch mein zukünftiges Labor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester besucht.

Mehrere Arbeitsgruppen haben dort auf breiter Front ihre Arbeitsbuchten, unter anderem auch die Gruppe von Stanley. Eine der drei Buchten meiner AG sieht so aus:

Wie der Insider sofort erkennt, werde ich mich ab Anfang September mit der putzigen kleinen Taufliege Drosophila melanogaster beschäftigen, insbesondere mit ihrem Lernverhalten. Mein zukünftiges Labor, welches ich bisher nur von meinem Besuch im November 08 kannte, empfing mich herzlich. So herzlich, dass mich Mike direkt für Freitag zu seiner Hochzeit einlud. Mehrere Leute an dem Abend waren mir dankbar dafür, dass ich unangefochten den Titel des „Mr. Underdressed“ in Anspruch nahm - das hochzeitsähnlichste, was ich zu bieten hatte war ein Hemd…
Die Party war trotzdem super, das Essen sowieso. Interessanterweise war der halbe Laborflur anwesend; so ist das wohl wenn PhD students nicht aus dem Labor kommen und untereinander heiraten! Auf die Weise lernte ich auch direkt meinen Chef und seine Frau zu AC/DC tanzend besser kennen.
Le Meridien – Farewell party
Die letzte Nacht in Japan verbrachten wieder alle Stipendiaten und Stipendiatinnen zusammen im Hotel, diesmal dem Le Meridien Pacific in Shinagawa. Für mich – und Sebi – insofern praktisch, da wir nur eine Bahnstation fahren mussten. Das Hotel blieb auch dieses Mal nicht hinter den hohen Erwartungen zurück die wir inzwischen an JSPS hatten. Doch etwas melancholisch sah ich von meinem Zimmer aus den vorerst letzten Sonnenuntergang in Tokyo.
Für den Pool und den japanischen Garten hatten wir allerdings keine Zeit – erst gab es die unvermeidlichen Begrüßungs- und Dankesreden der verantwortlichen Organisationen, dann die sehr guten Talks der stellvertretenden JSPS fellows, und abends Musikprogramm und Buffet mit einigen Gastfamilien.
Irgendwie gibt es Probleme mit den integrierten Video-Links, daher hier ein kurzer Eindruck des Konzertes mit traditionellen Instrumenten von Musikhochschülerinnen der Uni Tokyo.
Im Anschluss an die Party machten wir natürlich unsere eigene Party weiter – zu sehr hat man die anderen JSPS fellows mittlerweile kennen und schätzen gelernt. Ausserdem wollte man dem Jetlag ein wenig vorweggreifen. Letzten Endes kam ich gegen vier Uhr morgens ins Bett. Kein Problem, der Bus zum Flughafen fuhr ja auch erst um sieben. Dachte ich. Bis dann um zwei vor Sieben das Telefon klingelte. Sandra die Gute hatte messerscharf aus meiner Abwesenheit am Frühstück mein Verschlafen geschlossen und einen Anruf veranlasst. Um fünf nach Sieben war ich dann tatsächlich dabei den Bus zu besteigen, und runde 1 1/2 Stunden später waren wir in Narita am Flughafen. Mit ANA (All Nippon Airways) ging es dann nach über zwei erlebnisreichen Monaten zurück nach Deutschland.
So desu ne.
maledivische Botschaft und Verkehrs-Bademeister
Da sag noch einer die kleinen Länder hätten keine würdigen Vertretungen!
Immerhin, die Gegend hat eine gewisse Reputation: zwischen Tokyo Tower und Roppongi, das ist eine gute Adresse!
Ob die Tokyoter Polizei sich allerdings von dem Inselstaat hat inspirieren lassen für diesen Bademeisterposten gleich davor bleibt ihr Geheimnis:
Ghibli-Museum
Also gut, alle die mit Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss, Nausicaä, Mein Nachbar Totoro, Die letzten Glühwürmchen und anderen nichts anfangen können, dürfen diesen Blog-Eintrag getrost überlesen. Andere sind unter Umständen schon bei der Überschrift neidisch geworden. Heute habe ich nämlich zusammen mit meinen Laborkollegen Ryota, Terufumi, Akihiro und Masashi das Ghibli-Museum in Mitaka, Tokyo besucht!
Auf dem Weg dorthin habe ich mal wieder ein Beispiel für effizientes Wohnen gesehen:
Klar, solche Häuser gibt es überall – aber nicht so häufig wie hier!
Nunja, kaum angekommen wurden wir direkt von einem grossen Totoro nach unseren reservierten Eintrittskarten gefragt bevor wir reingelassen wurden. Im Gegenzug erhileten wir dann unsere „richtigen“ Eintrittskarten, kleine pappgerahmte ausgediente Filmstreifen aus Ghibli-Movies, meiner zeigt Prinzessin Nausicaä.
Innen war fotografieren verboten, also müsst ihr mit meinen Beschreibungen vorlieb nehmen. Es gibt eine grosse dreistöckige Eingangshalle mit Nausicaä-Propeller an der Decken-Glaskuppel, einer kleinen Brücke, einer kleinen Wendeltreppe und einem Fahrstuhl. Davon abgehend sind kleinere Räume mit verschiedenen Ausstellungen. In einer wurde z.B. das Animefilm-Prinzip erklärt (sehr süß in 2D und 3D gemacht, mit kleinen Totoros und einem rennenden Catbus!), kleine Endlos-Animes gezeigt… In anderen Räumen waren Filmskizzen an der Wand zu sehen, Miyazakis Zeichentisch war aufgebaut, dutzende von Büchern waren zu sehen, mit denen sich die Zeichner Anregung für bestimmte Szenarien suchen (Toskana, Schottland, Brücken in Frankreich, Rosen, romantische Architektur…), mehrfach standen Einweckgläser mit abgenutzten Stiften herum, welche alle bei den Filmen zum Einsatz gekommen waren, und einige Storybooks standen zur Einsicht bereit.
Erwähnenswert ist auch der Riesen-Plüsch-Catbus, den leider nur Kinder bekraxeln durften. Der ursprüngliche Plan von Akihiro und mir, uns als nichts-verstehende Ausländer (Deutscher und Chinese) auszugeben wurde leider verhindert – dazu waren die Piktogramme auf den Schildern zu eindeutig, ausserdem achteten drei Mitarbeiterinnen peinlich darauf, das kein Kind zu lange rumspielte. Immerhin, als eine unsere traurigen Gesichter sah gab sie uns einen Plüsch-“soot gremlin“ in die Hand mit dem man auf der Spielwiese rumwerfen konnte.
Eine der Hauptattraktionen war sicherlich das Saturn-Theater, in dem 15minütige exclusive Kurzfilme zu sehen sind. Heute gab es „Wasserspinne Monmon„, eine (aus biologischer Warte) überraschend exakte Wiedergabe des Lebens einer Wasserspinne die sich in eine Wasserläuferin verliebt (natürlich ist die Dramaturgie nicht biologisch exakt, aber vergleicht man diesen Film mit Disneyfilmen in denen Insekten oft nicht mal sechs Beine haben, so war das hier fast ein Heinz Sielmann-Film!). Mich zumindest hat die exakte Wiedergabe der verschiedenen Wasserbewohner fasziniert.
Oben auf dem Dach stand dieser Kollege, ein Robotersoldat aus „Schloss im Himmel“. Wir gesellten uns mal dazu. Natürlich darf eine Hinweistafel im Japan-Stil nicht fehlen…
Die Tafel erinnerte mich an das Hinweisschild vor einem Club, welches ein JSPS-fellow entdeckt hatte: „Please don’t sit around the stairs. It’s not good for other people.“ Always consider the others!
Im Anschluss an den Museumsbesuch hatten wir noch ein kräftiges Ramen nahe Kichijōji, dann ging es zurück ins Labor!
Schlaftaktiken
Wo wir schon bei dem Thema Klimaanlage sind: Wir bonzigen JSPSler haben natürlich Zimmer mit Klimaanlage inclusive und müssen nicht auf Stromverbrauch/Kosten Rücksicht nehmen (obwohl es natürlich sinnvoll wäre, aber das ist ein anderes Thema. Siehe auch die Rubrik „Wohnen“ im Umwelt-Wiki, welches von einem Freund mitgegründet wurde).
Sandra hat zumindest folgende gut funktionierende Taktik entwickelt: Kurz vor dem Schlafengehen wird das Zimmer nochmal maximal (18°C) abgekühlt um das Einschlafen zu erleichtern, und wenn es dann graduell wieder wärmer wird schläft man schon tief und fest. Einziger Nachteil: Beim Einschlafen sieht man als Bodengast im Schlafsack-Inlet aus wie ein Eskimo:
Urlaub – Tag 8 – Nikko/Chuzenji-ko
Die letzte Station unseres Urlaubes sollte nochmal ein Wandergebiet sein, diesmal allerdings rund 900 m höher in den japanischen Alpen, was wir klimatechnisch sehr begrüssten. Das rund zweieinhalb Stunden nördlich von Tokyo gelegene Nikko ist auch tempeltechnisch sehr sehenswert, diesbezüglich hatten wir aber vorerst genug. Wen es interessiert, in Nikko ist unter anderem das Original der drei Affen (nichts Böses sehen, hören, sagen) zu finden. Für uns blieb von Nikko erstmal nur der Eindruck der Touri-Information und dieser Brücke hier:
Der Sage nach wollte ein Mönch hier den Fluss überqueren, und ein Gott hat ihm dann freundlicherweise zwei Schlangen über den Fluss gespannt – bischen exaltiert, wenn ihr mich fragt.
Von Nikko aus ging es direkt für eine Stunde weiter mit dem Bus zum 400 m höhergelegenen See Chuzenji, genauer zum Campingplatz an seinem Ufer. Schöner See, schöne Landschaft, einige Kanus, Segler und Motorboote und – keiner badet! Verboten! (manchmal, ja manchmal…)
Wieder war es bereits zu spät noch was Großes zu reissen, also sahen wir uns nach Zeltaufbau in Ruhe das Örtchen Chuzenji an samt seines Naturmuseums, hatten unser Urlaubs-End-Dinner im japanischen steinernen Schweinchen (kleiner Insider), und ich machte noch ein Foto für ein weiteres Bilderrätsel (mal wieder leicht)! Was sieht man (1) da oben am Rand des Gebäudes stehen, und (2) was erwartet einen in dem schnuggeligen kleinen Häuschen?
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