Am Sonntag ging es mit meiner Gastfamilie nach Kamakura zum Buddha (immerhin der größte Kupferbuddha der Welt!) und in den Hasedera-Tempel. Laut Auskunft der letztjährigen JSPSler geht es da immer hin, aber es lohnt sich!
Interessant, und vielleicht auch weniger bekannt: auch ein Buddha muss lüften:
Der Hasedera-Tempel ist vor allem bekannt für seine Blumen, was zig Japaner am Wochenende hinlockt. Da gab es dann für mich einen Vorgeschmack auf die Menschenmengen in Tokyo. Hier der Eingang zum Tempelgelände:
Innerhalb des Tempelgeländes fand man dann so manch fotografierenswertes:
Man beachte auch die Form des Teichs. Der Dracula war auf Nachfrage hin “ein Schutzheiliger und nur zu Feinden böse” und was den Bambus angeht - tja, der spricht wohl für sich. Richtig gut gefällt er mir hier in Kombination mit der japanischen Kiefer, wie z.B. die gegen Ende des Films.
Für den Gesamteindruck nochmal ein Kurzvideo, das rennende Kind ist Tomo…
Das ist übrigens das Haus der Familie Oka. Oben im ersten Stock vorne ist die Badenische - traditionell japanisch. Da heißt, die Wanne wird abends eingelassen, heizt automatisch auf immer rund 40°C, und dann geht die ganze Familie nacheinander rein - der Gast zuerst selbstverständlich. Dazu muss man wissen, dass man sich vorher umfangreich duscht. Das macht man neben der Wanne, und passt auf, dass tunlichst kein seifiges Spritzwasser in das Badewasser kommt! Danach fühlt man sich angenehm bettschwer, ich könnte mich dran gewöhnen!
Dann hält man auch am nächsten Tag wieder ohne Probleme die Kinder aus! Nee im Ernst, die beiden waren zwar ziemlich wild, aber ich bin ja als neunfacher Onkel einiges gewöhnt…
Tomo , der Junge, wurde auch öfters von seinem Vater “Tako!” gerufen, worauf meistens ein Klaps folgte. Das heißt “Oktopus”, und bedeutet ungefähr soviel wie “er hat seine acht Arme wieder überall da wo sie nicht sein sollten!”.
Bei den Okas verbrachte ich auch meinen Geburtstag. Alle die mich kennen, wissen um meine überbordende Freude über Geburtstage, daher war ich ganz froh dass darum kein Riesenfass aufgemacht wurde. Der Tag begann reichlich entspannt (endlich mal wieder ausschlafen!) mit einem super Frühstück und einigen Zeichentrickserien.
Später war ich noch kurz mit dem Papa wandern und die Umgebung anschauen, ansonsten verlief der Tag sehr relaxt. Am späten Nachmittag wurde dann im Garten gegrillt - einmal quer durch die japanische Küche. Da kanns schon mal heiß werden! Naja, scharf war das Essen eigentlich nicht, ich hab nur ein wenig mit den Kleinen rumgetobt.
Später am Abend gaben die Kleinen noch ein Lied zum besten, das ich euch nicht vorenthalten möchte:
Am ersten Wochenende ging es dann für die Stipendiaten/-innen in die Gastfamilien. Die Verteilung verlief folgendermassen: wir hatten alle Schilder mit Nummern wie auf einer Auktion, und die Gastfamilien gingen dann rum und pickten sich “ihren” Stipendiaten aus. Ich wurde als einer der ersten gespottet, und zwar von meinem Gastbruder Tomiaki, kurz Tomo (9 Jahre) und seiner Freundin Ajaka.
Kurz darauf kam dann auch der Rest der Familie, Papa, Mama und Tochter Reika (6), die aber nur LingLing genannt wurde.
ist 31 Jahre alter Bio-Doktorand, der gerade zwei Monate als JSPS-Stipendiat in Tokyo/Japan ist. Und weil das Massenmailschreiben immer so eine Sache ist, gibt es jetzt alle Infos hier.