Der Reihe nach: Vorvorletztes Wochenende (14./15.07.) hat Michyio mich und Sandra eingeladen zu einem Schreinfest in ihrem Stadtteil von Yokohama. Letzten Endes kollidierte dies mit dem Taifun, daher gab es nur eine abgespeckte Version der Festivitäten. Aber den Gott im Schrein um den es hier ging (und der zum Nachbarschreingott zum Guten-Tag-Sagen getragen wurde) erahnt man hinter diesem Nikolaus/Kimono-Pärchen (Sandra/Michiyo).

Letzlich geht es dort nach dem offiziellen Akt zu wie auf einer Kerwa/Kirmes/Schützenfest. Sprich, dort stehen jede Menge Fressbuden und Kinderbespassungsläden.
Einen davon will ich euch etwas näher bringen, den Goldfish-Catch-Stand.


Hierbei werden mit einer papierbespannten Kelle so lange Goldfische in eine Schüssel geschippt bis das Papier reisst. Je nach Anzahl der gefangenen Goldfische gibt es Preise (wieder Goldfische). Das “Spiel” erfreut sich hier großer Beliebtheit, und die Fische, die das Fangen/Freilassen/Fangen über sich ergehen lassen müssen sind wohl ansonsten Futterfische für größere Tiere. Naja. Auch die drei Mädels in Yukatas (nicht ganz Kimono) im Bild haben sichtlich Spass. Alternativ kann man natürlich auch mit Magnet-Angeln auf die Jagd gehen, siehe nächstes Bild. Japans gesamte Kultur ist einfach sehr Fisch-geprägt.

Anschliessend sind wir kurz zu Michiyo, und auf dem Weg gab es wieder so einen Mini-Betonmischer. Da das auf dem letzten Bild nicht so richtig rauskam, habe ich mal Michiyo gebeten einen adäquaten Größenmaßstab zu leisten:

Isses nich süß? Michiyo bestätigte mir, dass Japaner NIEMALS für so ein Bild posieren würden normalerweise…
Apropos Autos: Das hier ist Michiyos Zweitwagen.

Na, wer hätte das erwartet? Naja, tatsächlich gehört es ihrem Nachbarn. Uns dreien war es ein Rätsel wie er mit dem Frontspoiler aus derTiefgarage kommt…
Den Abend haben wir dann in Michiyos Drittwohnsitz neben Uni und Wohnung verbracht: ihrer Stammkneipe, in der bereits Bio-Größen wie Uwe Homberg, Randolf Menzel und Friedrich Barth verköstigt wurden.

Die Besitzer waren überaus freundlich, und wir saßen bis etwa zwei Uhr am Tresen, nachdem das Besitzer-Pärchen um etwa elf Uhr das “closed”-Schild rausgehängt hatte. Selbst Michiyo war überrascht, als uns der Wirt zum Bier einlud!
Den ganzen Sonntag über hatten wir einen recht entspannten Tag in Sokendai, man kommt sich dort wirklich wie in einem Urlaubsresort vor. Als Tokyoter ist man vor allem beeindruckt von den Platzverhältnissen, dies hier ist der Gemeinschafts-Essraum. Auch ein Wiedersehen mit Jake und Roman (nicht im Bild) gab es hier, zwei weiteren JSPS-Fellows aus den USA. Um Tokyo etwas zu verteidigen, weggehen ist in Sokendai immer so eine Sache, da vertreibt man sich den Abend dann lieber mit so Spielen wie Münzdrehen auf dem Riesentisch mit Sake (zweites Foto).

