Ghibli-Museum
Also gut, alle die mit Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss, Nausicaä, Mein Nachbar Totoro, Die letzten Glühwürmchen und anderen nichts anfangen können, dürfen diesen Blog-Eintrag getrost überlesen. Andere sind unter Umständen schon bei der Überschrift neidisch geworden. Heute habe ich nämlich zusammen mit meinen Laborkollegen Ryota, Terufumi, Akihiro und Masashi das Ghibli-Museum in Mitaka, Tokyo besucht!
Auf dem Weg dorthin habe ich mal wieder ein Beispiel für effizientes Wohnen gesehen:
Klar, solche Häuser gibt es überall - aber nicht so häufig wie hier!
Nunja, kaum angekommen wurden wir direkt von einem grossen Totoro nach unseren reservierten Eintrittskarten gefragt bevor wir reingelassen wurden. Im Gegenzug erhileten wir dann unsere “richtigen” Eintrittskarten, kleine pappgerahmte ausgediente Filmstreifen aus Ghibli-Movies, meiner zeigt Prinzessin Nausicaä.
Innen war fotografieren verboten, also müsst ihr mit meinen Beschreibungen vorlieb nehmen. Es gibt eine grosse dreistöckige Eingangshalle mit Nausicaä-Propeller an der Decken-Glaskuppel, einer kleinen Brücke, einer kleinen Wendeltreppe und einem Fahrstuhl. Davon abgehend sind kleinere Räume mit verschiedenen Ausstellungen. In einer wurde z.B. das Animefilm-Prinzip erklärt (sehr süß in 2D und 3D gemacht, mit kleinen Totoros und einem rennenden Catbus!), kleine Endlos-Animes gezeigt… In anderen Räumen waren Filmskizzen an der Wand zu sehen, Miyazakis Zeichentisch war aufgebaut, dutzende von Büchern waren zu sehen, mit denen sich die Zeichner Anregung für bestimmte Szenarien suchen (Toskana, Schottland, Brücken in Frankreich, Rosen, romantische Architektur…), mehrfach standen Einweckgläser mit abgenutzten Stiften herum, welche alle bei den Filmen zum Einsatz gekommen waren, und einige Storybooks standen zur Einsicht bereit.
Erwähnenswert ist auch der Riesen-Plüsch-Catbus, den leider nur Kinder bekraxeln durften. Der ursprüngliche Plan von Akihiro und mir, uns als nichts-verstehende Ausländer (Deutscher und Chinese) auszugeben wurde leider verhindert - dazu waren die Piktogramme auf den Schildern zu eindeutig, ausserdem achteten drei Mitarbeiterinnen peinlich darauf, das kein Kind zu lange rumspielte. Immerhin, als eine unsere traurigen Gesichter sah gab sie uns einen Plüsch-”soot gremlin” in die Hand mit dem man auf der Spielwiese rumwerfen konnte.
Eine der Hauptattraktionen war sicherlich das Saturn-Theater, in dem 15minütige exclusive Kurzfilme zu sehen sind. Heute gab es “Wasserspinne Monmon“, eine (aus biologischer Warte) überraschend exakte Wiedergabe des Lebens einer Wasserspinne die sich in eine Wasserläuferin verliebt (natürlich ist die Dramaturgie nicht biologisch exakt, aber vergleicht man diesen Film mit Disneyfilmen in denen Insekten oft nicht mal sechs Beine haben, so war das hier fast ein Heinz Sielmann-Film!). Mich zumindest hat die exakte Wiedergabe der verschiedenen Wasserbewohner fasziniert.
Oben auf dem Dach stand dieser Kollege, ein Robotersoldat aus “Schloss im Himmel”. Wir gesellten uns mal dazu. Natürlich darf eine Hinweistafel im Japan-Stil nicht fehlen…
Die Tafel erinnerte mich an das Hinweisschild vor einem Club, welches ein JSPS-fellow entdeckt hatte: “Please don’t sit around the stairs. It’s not good for other people.” Always consider the others!
Im Anschluss an den Museumsbesuch hatten wir noch ein kräftiges Ramen nahe Kichijōji, dann ging es zurück ins Labor!
Alter, jetzt hast Du mich: NEID! BLANKER NEID!! ICH WILL AUCH!!!
Ich schliesse mich meinem Vorkommentierer wortlos, patzig zurückgelehnt und mit verschränkten Armen an.