Urlaub – Tag 5+6 – Nara
Nara, auch so eine Stadt der „must see in Japan“-Kategorie. Wir kamen erst gegen Nachmittag in Nara an, sperrten unsere Rucksäcke im Bahnhof weg und gingen Richtung Tempelanlagen. Und diesbezüglich hat Nara einiges zu bieten: Diesmal den WIRKLICH größten Bronze-Buddha (mit 16,2 m etwa 5 m höher als der in Kamakura), standesgemäß im grössten reinen Holzgebäude, dem Todai-ji Tempel aus dem 8. Jhdt. Natürlich ist dieser (wie fast jeder in Japan) mehrfach abgebrannt, wiederaufgebaut, usw… Daher ist der jetzige Tempel zwar immer noch der größte reine Holzbau, aber nicht der größte der jemals hier stand. Zum Unesco-Weltkulturerbe hat es zumindest gereicht.
Im zweiten Bild sieht man das Eingangstor zum Tempelbereich samt zugehöriger Hirsche, die mir hier noch dreister vorkamen als die auf Miyajima. Das dritte Bild zeigt Sandra vor der Tempelglocke, ebenfalls nicht unterdimensioniert.
Natürlich hat Nara nicht nur Tempel sondern auch eine sehr schöne Schreinanlage (Kasuga-Taisha), die mit ihren diversen Nebenschreinen sehr weitläufig im Nara-Park verteilt liegt. In manchen der Schreine werden Kami (Götter) verehrt, deren Name und Funktion schon gar keiner mehr kennt… Ein Teil des Weges ist von zahlreichen Steinlaternen gesäumt, und um euch einen Eindruck der Stimmung dieses Weges in der Abenddämmerung zu vermitteln:
Nunja, wir hatten immer noch nicht das Problem der Übernachtung gelöst, und waren damit ganz auf der Wellenlänge dieses Cafes hier:
Mir war nicht ganz klar worauf sich das „slow“ bezieht, aber ich hoffe mal nicht auf den Service!
Der nächste Campingplatz war eineinhalb Stunden mit dem Zug entfernt (und die letzte Bahn schon weg) und die Jugendherberge ausserhalb und teuer. Aber wir hatten noch die Adresse von Mayumi, die ich über den Hospitalityclub gefunden hatte (Zeit für etwas Schleichwerbung, der HC ist wirklich ‘ne feine Sache!). Mayumi betreibt ein kleines Cafe und hat schon diverse Traveller bei sich gehabt. Unangemeldet schauten wir vorbei und fanden uns fünf Minuten später an einem Tisch mit zwei Ungarn und zwei Japanerinnen wieder, wo uns ein hervorragendes Abendessen serviert wurde. Beiläufig fragte uns Mayumi ob wir bei ihr übernachten, und somit war dieses Problem auch gelöst.
Wir verbrachten noch einen entspannten Abend bei ihr im Cafe, und da es keine Dusche gab, hatten Sandra und ich noch unser erstes Sento-Erlebnis in Japan. Diese öffentlichen Badehäuser verschwinden leider zunehmend aus dem Alltag da mehr und mehr Leute zu Hause baden. Ich finde es eigentlich eine nette Idee, abends noch beim heißen Bad mit dem Nachbarn ein Schwätzchen zu halten. Apropos Bad, auch hier hält Japan wieder einen Eigenheit bereit: elektrische Stimulationsbäder! Ein separater Beckenbereich, durch den Strom geleitet wird. Erst spürt man nur ein leichtes Kribbeln, doch wenn man mit dem M. gluteus maximus ins Wasser kommt hört der Spass auf. Bei mir auf der Herrenseite nutzte es keiner, Sandra meinte ihre Frauen drängten sie förmlich dazu es auzuprobieren, da es toll gegen Schulterverspannungen sei. Ihr blieb fast das Herz stehen.
Am nächsten Tag ging es dann zeitig zum Bahnhof, da wir auf der Halbinsel Izu-Hanto wandern wollten!
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Kann man laut sagen, das mit Herzen meine ich, angenehm war das so gar nicht – also ich glaube ich verzichte in Zukunft auf Stimulanz dieser Art…ansonsten aber sehr entspannend. Lustig war die „Kassenhäuschen-Frau“, die mir, als ich das Bad wieder verließ genau sagen konnte in welchem Prozess sich Wolf gerade befand (abtrocknen), was sie mir wild gestikulierend mitteilte (mit einem irren Lächeln auf ihren Lippen, so dass ihre Zahnlücke sehr gut zur Geltung kam).