Le Meridien – Farewell party
Die letzte Nacht in Japan verbrachten wieder alle Stipendiaten und Stipendiatinnen zusammen im Hotel, diesmal dem Le Meridien Pacific in Shinagawa. Für mich – und Sebi – insofern praktisch, da wir nur eine Bahnstation fahren mussten. Das Hotel blieb auch dieses Mal nicht hinter den hohen Erwartungen zurück die wir inzwischen an JSPS hatten. Doch etwas melancholisch sah ich von meinem Zimmer aus den vorerst letzten Sonnenuntergang in Tokyo.
Für den Pool und den japanischen Garten hatten wir allerdings keine Zeit – erst gab es die unvermeidlichen Begrüßungs- und Dankesreden der verantwortlichen Organisationen, dann die sehr guten Talks der stellvertretenden JSPS fellows, und abends Musikprogramm und Buffet mit einigen Gastfamilien.
Irgendwie gibt es Probleme mit den integrierten Video-Links, daher hier ein kurzer Eindruck des Konzertes mit traditionellen Instrumenten von Musikhochschülerinnen der Uni Tokyo.
Im Anschluss an die Party machten wir natürlich unsere eigene Party weiter – zu sehr hat man die anderen JSPS fellows mittlerweile kennen und schätzen gelernt. Ausserdem wollte man dem Jetlag ein wenig vorweggreifen. Letzten Endes kam ich gegen vier Uhr morgens ins Bett. Kein Problem, der Bus zum Flughafen fuhr ja auch erst um sieben. Dachte ich. Bis dann um zwei vor Sieben das Telefon klingelte. Sandra die Gute hatte messerscharf aus meiner Abwesenheit am Frühstück mein Verschlafen geschlossen und einen Anruf veranlasst. Um fünf nach Sieben war ich dann tatsächlich dabei den Bus zu besteigen, und runde 1 1/2 Stunden später waren wir in Narita am Flughafen. Mit ANA (All Nippon Airways) ging es dann nach über zwei erlebnisreichen Monaten zurück nach Deutschland.
So desu ne.
Letztes Wochenende Tokyo!
Die Zeit vergeht, man glaubt es kaum. Für die letzten Tage hat sich Sebi, einer meiner Mit-JSPSler aus Kyoto bei mir einquartiert um noch ein wenig Tokyo mitzunehmen vor der Abreise.
Freitag waren wir erst mit Camille (JSPS Frankreich), Ryan (JSPS USA), Ryota (Bekannter v. Camille), und Vanessa (JSPS Deutschland) Essen nahe Harajuku, dann sind Vanessa, Sebi und ich noch in einer Shochu(Dünn-Schnaps)-Kneipe bei Ikebukuro versackt bis zur ersten Bahn um halb sechs.
Am nächsten Tag hatten wir uns für den Tokyo Tower verabredet, auf dem ich ja immer noch nicht war! Und zu unserem Glück haben wir von oben noch vier(!) Feuerwerke am Horizont beobachten können (mittleres Bild). Sebi hatte leider etwas mit seiner Höhenangst zu kämpfen…
Im Anschluss sahen wir uns die diversen „Sehenswürdigkeiten“ in den unteren Etagen an. Kurios. Ich habe sehr viel über Krautrock gelernt, und über den Elektrolurch. Auch gab es hier die schlechteste Wachskopie der Beatles zu bestaunen, jedwege Ähnlichkeit ist rein zufällig. Nächste Woche werden die gleichen Vier bestimmt als „KISS“ eingekleidet .
Irgendwann konnten wir uns mit Mühe losreissen und fuhren mit der Monorail rüber zur aufgeschütteten Spassinsel im Hafen von Tokyo, Odaiba. Dort erwartete uns eine ziemlich beeindruckende Skyline mit Rainbow Bridge und Tokyo Tower, sowie mit Miniatur-Freiheitsstatue. Nach einem guten Dinner in einer komischen japanisch/mexikanischen Restaurant-Mischung gingen wir mit Wegbier und Chips zum Strand um die letzte Bahn zu verpassen.
War nicht so clever. Das Taxi zurück in die Stadt um ein Uhr kostete uns 3000 Yen, aber wir waren ja noch nicht müde und liefen den Rest der Strecke Richtung Roppongi. Die richtig guten Spots haben sich anscheinend mal wieder vor uns versteckt, aber der Jazz Club in dem wir zumindest bis vier Uhr sitzen konnten war sehr schön. Die erste Bahn fuhr aber wieder erst um halb sechs, also haben wir kurzerhand vorher noch ein Yakitori-Frühstück in einem Strassenrestaurant eingelegt. Dort begegnete uns noch Melanie (JSPS Deutschland), die nach ihrem Aussehen wohl erfolgreicher bei der Clubsuche war, und nun zur ersten Bahn nach Hause ging. Wir machten es ihr nach, und nahmen uns für den Sonntag eine intensivere Clubsuche vor!
Den fanden wir dann auch. Ganz nah. In Shibuya. Ein stinknormaler Club. (Fast) ohne hochhackige Schuhe, dafür aber nette normale Leute und vernünftige Musik, ich dachte schon das gibt’s nicht bei mir um die Ecke. Das einzig ärgerliche: warum habe ich diesen Club erst an meinem letzten Wochenende entdeckt? Diesen Werbungsflyer dort fand ich cool:
maledivische Botschaft und Verkehrs-Bademeister
Da sag noch einer die kleinen Länder hätten keine würdigen Vertretungen!
Immerhin, die Gegend hat eine gewisse Reputation: zwischen Tokyo Tower und Roppongi, das ist eine gute Adresse!
Ob die Tokyoter Polizei sich allerdings von dem Inselstaat hat inspirieren lassen für diesen Bademeisterposten gleich davor bleibt ihr Geheimnis:
3.776 m – Fujisan!
Letzten Endes hat es doch noch geklappt mit der Fuji-Besteigung. Nach der Uni bin ich am Mittwochabend mit dem Direktbus von Shinjuku um 19:50 Uhr zur 5. Station der Kawaguchiko-Route (2.300 m) am Fujisan gefahren, es blieben also etwa 1800 m zum selberklettern. Dort war um 22:15 Uhr nicht mehr viel los, aber es wurden diese speziellen Fuji-Wanderstöcke verkauft (siehe Bild), inclusive Fähnchen und Glöckchen. Die unterschiedlichen Routen auf den Vulkan unterteilen sich in jeweils 10 Stationen, an denen man mit Unterkünften, Essen etc. versorgt wird. Das Wetter war eher diesig.
Ich bin recht fix aufgebrochen, da einige meinten dass es eng werden könnte zum Sonnenaufgang am Gipfel zu sein. Ich Vollidiot und Berg-Analphabet habe es natürlich übertrieben, habe die 6. Station direkt übersehen und bin in einer Stunde zur 7. Station gerannt. Bis zur achten Station habe ich es dann zwar etwas langsamer angegangen, war aber trotzdem um 10 vor zwölf da (Bild), entsprechend fertig sehe ich aus. Auch wenn ich alleine los bin – wirklich allein ist man am Fuji wohl niemals. Um einen rum sind diverse Klettergruppen mit Luke-Skywalker-Lichtschwert-Guides, die sich schön ihr Päuschen in den Hütten gönnen und natürlich ihre Brandstempel auf die Stöcke machen lassen – als Beweis der Besteigung.
Gegen 2 Uhr morgens erreichte ich dann patschnass den Kraterrand, was Vor- und Nachteile hatte: Zwar konnte ich in aller Ruhe einen sehr guten Platz in der ersten Reihe für den Sonnenaufgang belegen, aber diesen Platz musste ich auch drei Stunden bis dahin in der eisigen Nasskälte besetzen, und nass war ich doch schon selber! Naja, ich hatte diverse Onsen-und heisse Duschen-Wunschträume zwischen Frierattacken, richtig kurzweilig ist Warten halt selten. Selbstverständlich befindet sich auch auf dem Kraterrand eine Vending machine, nur die Preise sind gesalzen. Für eine Flasche Wasser die im Tal etwa 100 Yen kostet zahlte man hier 400 Yen. Nichtsdestotrotz habe ich mir wegen der Kälte gegen halb vier eine heisse Maissuppe gegönnt – von Knorr.
![]()
![]()
![]()
Und dann ging es los – gegen fünf Uhr begann es zu dämmern und langsam langsam wurde es heller. Das Ganze erinnerte mich sehr an einen Sonnenaufgang vom Flugzeug aus, nur ohne Scheibe und Bewegung. Auf dem mittleren Bild sieht man noch die Leute auf dem Weg zum Gipfel die es nicht mehr rechtzeitig geschafft haben – oder keinen Platz mehr fanden, es war gepackt mittlerweile.
Gegen sechs Uhr machte ich mich dann daran den Kraterrand entlangzuwandern. Hierbei bekam ich dann erste Symptome von Dehydrierung und Höhenkrankheit, ich hatte gut Kopfschmerzen, Probleme leichte Steigungen zu bewältigen und keinerlei Appetit.
Mit Ach und Krach schleppte ich mich noch zum höchsten Punkt des Fuji (3.776 m, yeah, mein persönlicher Rekord! Jonas, kein Kommentar!). Von dort hatte man auch einen schönen Blick auf den Schatten des Vulkans.
Dann ging es – zäh, sehr zäh – über den weiteren Kraterrand zurück zum Abstiegspunkt wo ich auch angekommen war. Mittlerweile war es sieben Uhr und ich schlief dann erstmal für 2 Stunden ein. Um viertel nach Neun begann ich mit dem Abstieg. Der Weg runter hatte die Konsistenz von sehr grobem Sandstrand was ich recht angenehm und knieschonend empfand. Andere kamen damit weniger gut klar. Im zweiten Bild sieht man wie zwei Bulldozer Versorgungsgüter über den Weg nach oben bringen. Der Vulkanstaub war etwas unangenehm, viele trugen Staubschutzmasken. Ach ja, und das Rucksackfoto ist natürlich für Sissi!
Durch den ganzen Schweiss und Staub hatte ich schon Drahthaare bekommen, und der heisseste Tag Japans seit 73 Jahren verpasste mit noch einen schönen Sonnenbrand. Gegen 11 Uhr erreichte ich wieder die fünfte Station, bei der nun deutlich mehr los war als in der Nacht zuvor. Auf dem Platz schlief ich direkt wieder ein (und ich war nicht der einzige), dann ging es recht verschlafene zwei Stunden im Bus zurück nach Tokyo. Um 16 Uhr zu Hause angekommen stellte ich an meinen Füßen fest dass Vulkanstaub hervorragende Kriecheigenschaften besitzt. Ich verbannte sie schnell und gern mit dem Rest von mir unter Dusche – etwas worauf ich mich ungelogen seit drei Uhr morgens freute.
Fitnessdrink 2008
Heute war ich Mittagessen einkaufen mit Ryota (Mensa hat zu, Obon-Feiertage!), da zockt er sich doch einen seltsamen Saft, ich nicht faul hole mir natürlich sofort das zweite Produkt der Linie:
Es handelt sich um Apfel-, bzw. Ananassaft mit Essig (black vinegar). Klingt komisch, schmeckt ungefähr so wie man es sich vorstellt (ziemlich lecker also) und hat diesen Hintergrund: Immerhin befinden wir uns hier im Land welches Yakult und das isotonische Getränk erfunden hat (zumindest zweiteres könnte ich mir gut vorstellen), und wo es neben den Kassen eigene Regale mit Vitamin- und Mineral-Shots gibt (Dicker, das is halt doch dein Land). Und, ihr ahnt es, der neue Gesundheitsrenner hier ist – Essig! Demnächst auch in ihrem Laden…
Idole – Teil 2
Nachdem ich euch vor geraumer Zeit das Computerdesktop-Mädchen meines Labors vorstellte (Blogeintrag „Idole„, eigentlich eine eigene Rubrik wert: Bildschirmhintergrund-Babes, die Spindluder der Computernerds…), kommt nun das entsprechende Bubi-Bild. Warum ich dieses schäbige Bahnstationsposter für repräsentativ halte? Heute habe ich zum dritten Mal beobachtet wie dieses Bild von kichernden Mädchen mit ihren Fotohandys abgelichtet wurde, das sollte reichen.
…und nein, ich habe bei dem Machen des Fotos NICHT albern gekichert! (auch wenn sich der ein oder andere Passant argwöhnisch umgedreht hat)!
Mr. Omnipresent: Fujisan
Ach ja, was ein schöner Rahmen: Zu Beginn unserer Japanzeit konnte man die Fujispitze schön sehen und heute am Sonntag wieder! Ich war ja noch in SOKENDAI, und was will man mehr als Wind, Sonne, Wasser und einen schwebenden Fuji! Der Tag hat eh gut angefangen: Kleine Runde im Swimming Pool vom Shonan Village Center gedreht, anschliessend in die zugehörige Sauna, dann lecker Curry gekocht (also Sandra), tja, dann leider das Urlaubsresort SOKENDAI verlassen um in Tokyo noch ein wenig Immuncytochemie in der Uni zu betreiben…
Aber die Bilder sind so schön, da verzichte ich mal auf Thumbnails!
…oder ist es doch das schwebende Schloss Laputa? Als ich zumindest in der Uni ankam bot sich mir aus dem Fenster folgendes Bild:
Wunderschön, erst Fuji aus dem Osten dann aus dem Norden…
Hanabi (Feuerwerk) in Kamakura
Letzten Freitag war ich mit Sandra in Kamakura am Strand eines der grossen japanischen kulturellen Events erleben: Hanabi (Feuerwerk), sehr szenisch von einem kleinen Ponton in der Bucht aus gestartet. Angesetzt war das Feuerwerk für 19 Uhr, und bei der japanischen Pünktlichkeit konnte man auch davon ausgehen dass das so sein würde. Michiyo empfahl uns rechtzeitig an den Strand zu gehen um noch einen Platz zu bekommen, ein Rat der sich als wertvoll entpuppte. Wir kamen um 16 Uhr am Bahnhof an und bewegten uns mit der Menschenmasse Richtung Strand. Dort angekommen bot sich uns folgendes Bild:
Zwischen all den Reservier-Plastikplanen ergatterten wir noch zwei Handtuchbreit Platz und genossen die Mengen, das Wasser, das an den Büdchen erstandene Essen (Tako(Oktopus)-Teigbällchen, Sushi, Nudeln) und die klassische Musik. Ja, richtig gehört. Hier wurde über die Strandlautsprecher dezenter Jazz bzw. Klassik eingespielt:
Nun ja, irgendwann wurde es dämmrig, und unter allgemeiner Anteilnahme des Publikums (und einer sehr lauten weiblichen Stimme aus dem Lautsprecher) wurde der Countdown für das Feuerwerk runtergezählt. Die weibliche Stimme meldete sich auch immer wieder zwischen den Feuerwerks-“Schüben“ und kommentierte diese (glauben wir). Immerhin dauerte das Feuerwerk 1,5 Stunden und bestand aus etwa 40 „Kapiteln“. (Btw: Weiss jemand was „ban“ heisst?)
Leider ging der Akku meiner Digicam zu Neige, daher hier nur eine kurze Impression des (noch recht unspektakulären) Feuerwerksanfanges. Aber seid versichert, es war sehr schick! Zwischendurch zog ein kleiner Schlepper noch ein schwimmendes Ponton mit einer mobilen „Abschussbasis“ hinter sich her, auch sehr beeindruckend. Leider kam der Wind vom Meer so dass manche Lichtgarben lediglich die Rauchwolken der vorangegangenen Explosionen erleuchteten – was manchmal gut, manchmal garnicht aussah.
Besonders hohe Raketen wurden immer mit grossem „Oohhh!“ und Klatschen kommentiert, also mangelnde Begeisterungsfähigkeit kann man den Japanern wirklich nicht unterstellen.
Der Knüller war dann halt das Zurückkommen. Menschenmassen, die alle einen Zug bekommen wollen. Wir standen – polizeigeregelt – eine Stunde auf der Strasse vor dem Bahnhof an (ja, alles schön nach Plan!) zwischen lauter unglaublich diziplinierten Menschen die Schwangere, Mütter mit Kleinkindern und Senioren ohne zu Murren durchliessen, alles untermalt von Polizeidurchsagen die wir nicht verstanden. Mit Sicherheit war es was wie „es geht gleich weiter, danke das sie Geduld haben, bleiben sie ruhig, bleiben sie hinter den Absperrungen…“
Wir konnten selbst kaum glauben als wir noch rechtzeitig für unseren letzten Anschlussbus in Zushi ankamen!
-
Letzte
-
Links
-
Archive
- November 2009 (1)
- Oktober 2009 (1)
- September 2009 (1)
- Juli 2009 (6)
- Juni 2009 (9)
- März 2009 (1)
- März 2008 (1)
- August 2007 (23)
- Juli 2007 (24)
- Juni 2007 (23)
-
Kategorien
-
RSS
RSS der Einträge
Kommentarfeed



