Urlaub - Tag 1 - Hiroshima
Mit unserem JR Railway Pass ging es am Samstag morgen um fünf (21.7.) los. Sandra und ich nahmen einen schicken Shinkansen (Hikari), der uns mit einmal umsteigen in Okayama in etwa 5 Stunden ins 900 Strecken-km entfernte Hiroshima brachte. Fotos werden nachgeliefert, da ich meinen vollen Memorystick bei Christoph in Kyoto auf dem Laptop zwischengelagert habe.
Was soll man zu Hiroshima sagen? Wir gingen zum Hypozentrum der Bombenexplosion (War mir nicht bewusst: um die Effektivität der Bombe zu verstärken wurde sie in etwa 600 m Höhe über der Stadt gezündet) und bekamen ziemlich beklemmende Eindrücke des Angriffs im Museum mit. Viele multimedial aufgearbeitete Einzelschicksale nehmen den Opfern die Anonymität einer Massenvernichtungswaffe. Zeitdokumente zur Atombombe (Entwicklung, Kosten, politische Entscheidungen, Abwurfsort, Abwurfs-LAND!, Stand des Krieges) lassen das Hauptargument (baldige Beendigung des Pazifik-Krieges) etwas dünn aussehen. Nach der Druckwelle (erst Über- dann Unterdruck) kam die Hitzewelle, dann die Strahlung. Die unmittelbare Opferzahl lässt sich nur auf +/- 10.000 genau angeben, die Spätfolgen bei den Überlebenden und deren Kindern halten immer noch an.
Nichtsdestotrotz - die Militärführung war selbst nach Nagasaki nicht zu einer Kapitulation bereit. Der Tenno entschied dies wohl eigenmächtig gegen seine Berater.
Seit Kriegsende schreibt der amtierende Bürgermeister von Hiroshima anlässlich jedes Atomtests eine Protestnote an das entsprechende Land, ich meine es sind inzwischen rund 600. Heute präsentiert sich Hiroshima als lebendige lebenslustige Stadt (die zehntgrößte Japans), die nicht nur auf den Bombenabwurf reduziert werden möchte (auch wenn ich es hier tue).