Tokyo Town
Jo, und da bin ich nun. Letztes Wochenende (ich bin immer noch nicht in Realtime angekommen) hab ich mich mal aus dem Labor davongestohlen und bin zum Kaiserpalast gefahren. Das is mal so eine Impression von Tokyo nahe Tokyo Station (also ziemlich „zentral“, wobei das in Tokyo so ne Sache ist…).
Von da bin ich dann zum Tokyo Tower gelaufen, so eine Art Eiffelturm in gross, allerdings nur halb so schwer. Seines Zeichens Wiederaufbau-Symbol nach dem Krieg, in diversen Filmen und Mangas verarbeitet (na, welcher Bondfilm, Gunnar, David und Gitti?) – und zuguterletzt Tokyos grösster Feuerhydrant!
Mensaessen
Das hier ist ein typisches Mensaessen. Im Gegensatz zu Marburg gibt es hier Fisch nicht nur Freitags, sondern als Option täglich. Nicht verkehrt, finde ich.
Ebenfalls täglich gibt es Reis, war ja klar. Und die unumgängliche Miso-Suppe (unten), an die ich mich inzwischen gewöhnt habe. Gegessen wird (zumindest in meiner AG) um 12 Uhr (lunch) und um 18 Uhr (dinner). Davor und danach wird fröhlich gearbeitet (auffällig hier: das Post-Mensa-Fett-Koma entfällt!).
Shibuya
Hier ist die berühmte Hachiko-Square Kreuzung von Shibuya, DER Treffpunkt für Jugendliche, Szeneecke, und – zufällig meine Umsteigehaltestelle. Diese Kreuzung kommt unter anderem in „Lost in Translation“ vor. Wer genau hinsieht, sieht gegen Ende des Clips hier das Starbucks-Cafe, von dem man einen hervorragenden Blick auf die Kreuzung hat. Deshalb ist in diesem Starbucks auch fotografieren verboten! Rings um die Kreuzung sind Riesen-LCD-Schirme angebracht und es ist auch ordentlich laut, wie man hören kann.
Berühmt ist sie ausserdem dafür, angeblich die verkehrsreichste Kreuzung zu sein, was daran liegen könnte dass es sich um eine sogenannte Barnes-Kreuzung handelt: sämtlicher Autoverkehr wird zugunsten einer Grünphase für alle Fussgänger gestoppt.
So, und wer immer noch nicht genug hat, hier ein Video zwischen den beiden vorherigen, „featuring a japanese Policecar“:
Kleine Katakana-Kunde
Ich erwähnte gegenüber manchem ja schon, das viel neuere japanische Wörter einfach Lautsprache der englischen Worte in Katakana sind. Hier ein schönes Beispiel, wie man mit Katakana so ziemlich jedes Wort schreiben kann, is ein kleines Ratespiel:
Da hier hängt an meiner U-Bahn-Station. Die Uhrzeit is klar, die Temperatur in °C auch, die 3 m sind eigentlich falsch, es müssten 3 m/s sein weil es sich um die Windgeschwindigkeit handelt, und die 63 – ja, was ist denn das? Um es euch ein wenig einfacher zu machen:
Noch ein Tip: Kaffee heisst hier koohii (coffee), das muss reichen!
Idole
Also das hier ist Aoi Miyazaki. Es ist schwer, ihr hier im Labor zu entgehen, da 25 von 26 AG-Mitgliedern männlich sind und sie auf jedem zweiten Desktop zu sehen ist. Die Gute ist Schauspielerin, 22 Jahre alt, und – sadly sadly – verheiratet. Tja, so ist das Leben!
Ich für meinen Teil habe das Gefühl, ihr täglich in der U-Bahn zu begegnen – so ungefähr zehn Mal pro Fahrt…
Mein Tokyo Hotel und meine Nachbarschaft
So sieht meine Wohnung von aussen aus. Ich bin vorn im zweiten Stock.
Und so sieht es aus wenn ich vom Balkon rausschaue.
Nicht grad zum Fenster raus, aber aus dem 12. Stock bei mir:
Auch aus dem 12. Stock, aber direkt mir gegenüber im dritten Stock:
Sagte ich bereits, das in Tokyo Platzmangel herrscht? Interessantes Faktum: Seit den 1960ern gibt es in Tokyo Fahrschulen auf Dächern. Da kommt man dann auch mal voran! Motorradunterricht wurde übrigens später wieder verboten, wegen Absturzgefahr…
Mein Zimmer in Tokyo
Das darf ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Also ich wohne im „Weekly Mansion Ohsaki“, nahe der Ubahnstation Osaki. Das sagt nicht jedem was, ist aber toll, weil die an der Yamanote-Linie liegt und das ist die wichtigste Ringlinie in Tokyo. Dann muss ich nur einmal in Shibuya umsteigen und bin nach 40 Minuten inclusive Fussmarsch in der Uni. Das ist für Tokyoter Verhältnisse ziemlich gut. Aber zu meinem Zimmer:
Das ist der Flur mit Miniwaschbecken links, dann Bett und Schrank, und zuletzt das Bad. Im Bad beachte man den hohen Grad an Funktionalität auf minimalem Raum: Der schwenkbare Wasserhahn ist für Waschbecken und Wanne gedacht! …und die Dusche hängt da natürlich auch dran. Zurück zu den Pantoffeln – selbstverständlich habe ich auch in meiner Wohnung so Plastiklatschen, in dezentem braun diesmal. Und ob ihr es glaubt oder nicht, aber in hellbraun gibt es separate Latschen fürs Riesenbad. Jeder Kultur ihr Eigenheiten, aber bei mir werden die Dinger geflissentlich ignoriert. Sandra hat laut Eigenaussage ihre Schlappen in den Schrank verbannt.
Mein Name
Tja, wie heisse ich denn nun auf japanisch?
Also es gibt ja drei verschiedene Schriftarten im japanischen: Katakana, Hiragana und Kanji. Kanji sind importierte chinesische Schriftzeichen, die meist eine komplexe Bedeutung haben, die dazu noch kontextabhängig ist. Hiragana und Katakana sind Silbenzeichen, die nahezu synonym verwendet werden können und auch werden. Alle drei durcheinander bilden dann japanische Schrift. Um westliche Namen zu schreiben, wird meist auf Katakana zurückgegriffen. Da aber nicht nur das „W“ schwer zu übertragen ist sondern auch das „f“, und mein Name dann ungefähr so klang: „hu o ru fu“, habe ich beschlossen mich nach dem japanischen Wolf zu nennen: „ookami“. Das entsprechende Kanji sieht dann so aus:
Das erste Zeichen bedeutet „Tier“, das zweite spezifiziert zum Wolf.
-
Letzte
-
Links
-
Archive
- November 2009 (2)
- Oktober 2009 (1)
- September 2009 (1)
- Juli 2009 (6)
- Juni 2009 (9)
- März 2009 (1)
- März 2008 (1)
- August 2007 (23)
- Juli 2007 (24)
- Juni 2007 (23)
-
Kategorien
-
RSS
RSS der Einträge
Kommentarfeed
