Indian summer und seine Rückstände
Neu-England ist ja berühmt für die Farbenpracht der Bäume während des „Indian summer“, dem Herbst hier. Und wirklich, es schaut schon toll aus mit all den roten, gelben, grünen, braunen Bäumen. Zwei Wochen später allerdings, wenn die Blätter dann runter sind, stellt sich den Gartenbesitzern oder -mietern eine ganz andere Frage: Wohin mit all’ dem Laub? Tja, und dieses Wochenende, als wieder die Laubbläser in der Nachbarschaft zum Konzert ansetzten, habe ich mal meine Harke ausgepackt und etwa zwei Stunden geschuftet. Daher hier ein paar Eindrücke, die man beim Schlagwort „Indian Summer“ normalerweise nicht zu sehen bekommt:

Die beiden Laubhaufen repräsentieren etwa die Hälfte des Laubes…
mein Haus, mein Bike, mein Boot!
Bäm bäm bäm, knallen die Karten auf den Tisch!
So allmählich wirds hier. Natürlich kommen die wichtigen Dinge zuerst, ein Kanu zum Beispiel. Viiiel wichtiger als ein Bett! Oder ein Auto. Wobei das hier echt praktisch wäre, zwei unverschuldete Fast-Unfälle hatte ich mit meinem schnittigen Bikel schon…

Habe ich erwähnt das mein Haus am See liegt? Die Leute sagen das es am See kalt wird im Winter, aber das nehme ich in Kauf! Hey, Stress-abbauendes Paddeln nach der Arbeit im eigenen Boot hinterm Haus, was will man mehr?

Arrival in Worcester, MA
Jetzt bin ich hier. Hier in Worcester, meiner ersten Postdoc-Stelle an der University of Massachusetts Medical School.
Noch leicht gejetlaggt in meinem neuen Reich, ohne Wohnung, Fahrrad oder Auto, aber immerhin schon mit Bank-Account und Telefon.

Ola tha pane kala.
Martha’s Vineyard
…ist eine Insel vor Woods Hole, manchen bekannt als Rekreationsort der amerikanischen Noblesse. Dafür sprechen diese Bilder:

Aber auch norddeutsches ist hier vertreten:
(für dich, Mona)
Anderen dürfte der kleine Ort Edgartown als Filmort „Amity“ in Erinnerung sein, aus na, welchem Film? Kleine Hilfe – ein berühmtes Filmzitat ist: „We’re gonna need a bigger boat!“
And so they did:

Zusammen mit Christian und zwei Mietfahrrädern fuhren wir bis an die Ostküste von Chappaquiddik, einer kleinen Subinsel von Martha’s Vineyard. Neben unglaublich großen Wellen und schönem Sandstrand hat diese Insel auch vor exakt 40 Jahren und zwei Tagen Berühmtheit erlangt als das Ende von Ted Kennedys Präsidentschaftsplänen – er fuhr dort betrunken seine Sekretärin in den Tod („the Chappaquiddik incident“). Nuja, ich habe mir dort nur einen Sonnenbrand geholt, aber der hat es in sich!
Auf dem Rückweg haben wir noch einen schönen Blick auf die Landzunge zwischen Woods Hole und Nobska Point gehabt…

Wasserhaus
DIE Alternative zum Baumhaus! Davon dümpeln so einige hier im Hafen und vor Woods Hole rum – ich finde sie sehr ansprechend…

4th of July
Schon ne Weile her, aber erwähnenswert: Pünktlich zum Independence Dayfindet hier in Woods Hole eine Parade der besonderen Art statt: alle Kurse des MBL nehmen gewöhnlich teil und ebenso regelmäßig endet die Parade in einer Riesen-Wasserschlacht. Da unser Kurs letztes Jahr wohl eher langweilig daherkam, mussten wir das dieses Jahr aufholen. Dafür bauten wir einen gigantischen dreiäugigen Frosch aus Pappmaschee, den wir – sicher ist sicher – mit Haarlack wasserfest machten und mit einer roten Water-Pumpgun ausstatteten.

Er hielt den Wasserbombenattacken der Embryologen auch erstaunlich gut stand. Nur als sie mit einem gigantischen Netz ankamen wurde es eng. Zwar konnten wir sie abwehren, aber einige rissen unserem Frosch ein Bein ab, wohl bekomms. Aber lustig war’s!

Parasitologen, passend verkleidet.

Die Ento, Ecto- und Mesoderm-Section von Embryology übt ihren 70’s-Gastrulationstanz.
Uäääähhh!!!
…macht Angela, wenn es Breadpudding in der Mensa gibt. Aber auch schon mal im Kidd:
Dienstag, Woche 4
Unglaublich was alles so geht:
Heute haben wir zugesehen wie einer betäubten Maus lokal der Schädel auf 20 µm abgetragen wurde, um anschliessend durch den Knochen GFP-exprimierende Dendriten mittels 2-Photonen-Mikroskopie zu imagen. Das klingt zwar relativ brutal, ist aber verglichen mit anderen Methoden relativ non-invasiv. Immerhin wird diese Maus noch öfter gescannt, um den Dendriten bei ihrer Plastizität zuzusehen…
Davor haben wir meine Diplomarbeit in drei Stunden gemacht.
Humpback Whalewatching
Diesen Sonntag haben sich drei von uns an den Embryology-Kurs angehängt und sind nach Provincetown, MA gefahren zum Whalewatching. Der hier häufigste Wal ist der Buckelwal (nach fast vollständiger Ausrottung des Northern Right Whale, aber das ist eine andere Geschichte – ratet mal, woher der Name „Right Whale“ kommt…). Der Buckelwal ist bekannt für seine Gesänge (davon haben wir weniger mitbekommen) und seine „breaches“, seine Sprünge aus dem Wasser. Leider hat meine Kamera genau in dem Moment die Linse eingezogen als ein Wal vor uns sprang, aber ihr werdet einen groben Eindruck auch so bekommen…



Abschlussbericht – erster Teil!
Fertig mit dem ersten Teil, yeah! Zusammen mit Liliana aus Kolumbien und unserem Kursleiter Ricardo aus Chile waren wir TeamBogota, und untersuchten den Einfluss von Orexin A auf Zellen des akzessorischen olfaktorischen Bulbus der Maus. Zugegeben, die Neuropeptid-Idee war von mir, nur leider haben wir keinen Effekt gesehen (immerhin konnten wir es erklären). Die Nacht vor dem Abschlussbericht am Freitag war dann noch mal richtig lang, die Nacht danach aber ebenso, nur am Strand – das hat das Ganze wieder wettgemacht.

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