Uäääähhh!!!
…macht Angela, wenn es Breadpudding in der Mensa gibt. Aber auch schon mal im Kidd:
Dienstag, Woche 4
Unglaublich was alles so geht:
Heute haben wir zugesehen wie einer betäubten Maus lokal der Schädel auf 20 µm abgetragen wurde, um anschliessend durch den Knochen GFP-exprimierende Dendriten mittels 2-Photonen-Mikroskopie zu imagen. Das klingt zwar relativ brutal, ist aber verglichen mit anderen Methoden relativ non-invasiv. Immerhin wird diese Maus noch öfter gescannt, um den Dendriten bei ihrer Plastizität zuzusehen…
Davor haben wir meine Diplomarbeit in drei Stunden gemacht.
Humpback Whalewatching
Diesen Sonntag haben sich drei von uns an den Embryology-Kurs angehängt und sind nach Provincetown, MA gefahren zum Whalewatching. Der hier häufigste Wal ist der Buckelwal (nach fast vollständiger Ausrottung des Northern Right Whale, aber das ist eine andere Geschichte – ratet mal, woher der Name “Right Whale” kommt…). Der Buckelwal ist bekannt für seine Gesänge (davon haben wir weniger mitbekommen) und seine “breaches”, seine Sprünge aus dem Wasser. Leider hat meine Kamera genau in dem Moment die Linse eingezogen als ein Wal vor uns sprang, aber ihr werdet einen groben Eindruck auch so bekommen…



Abschlussbericht – erster Teil!
Fertig mit dem ersten Teil, yeah! Zusammen mit Liliana aus Kolumbien und unserem Kursleiter Ricardo aus Chile waren wir TeamBogota, und untersuchten den Einfluss von Orexin A auf Zellen des akzessorischen olfaktorischen Bulbus der Maus. Zugegeben, die Neuropeptid-Idee war von mir, nur leider haben wir keinen Effekt gesehen (immerhin konnten wir es erklären). Die Nacht vor dem Abschlussbericht am Freitag war dann noch mal richtig lang, die Nacht danach aber ebenso, nur am Strand – das hat das Ganze wieder wettgemacht.

Kajak auf dem Atlantik
Das hatte ich ja zuletzt in Schottland, aber da war es Februar und ich war doch deutlich jünger. Dieses Mal hätte es mehr so ein cruisen werden sollen, aber der Atlantik wollte nicht mitspielen…
Christian der Däne und ich trauten uns trotz Wellen in den halboffenen Plastikdoppelsitzern raus, aber es hatte nicht viel Sinn. Nach fünf Wellen direkt ins Boot und einer Fast-Kenterung gaben wir auf – und blieben die einzigen die es überhaupt versucht haben. Leider sind die Beweisfotos auf einer kaputten Fotokarte von Janaina, DAS ist nun richtig ärgerlich!
Im Labor
Sososo, das wollt ihr doch alle wissen – so sieht’s im Neurobiology-Labor aus (heller als gedacht)! Ein bischen erinnert es an Harry Potter mit den verschiedenen Häusern; oben sind “Parasitology”, “Frontiers in Embryology” und “Neural Systems and Behavior”, wir sind in den Dungeons.

Meine letzte Rotation war mit Angela, sehr sehr lustig. Fürs Foto habe ich ihr gesagt sie soll “bored” schauen – good job! Das ist auch das Rig, in dem ich jetzt für die nächste Woche mit Liliana alles mögliche am olfaktorischen Bulbus untersuchen werde…

Kommunikation
Talking of communication: Dieses Bild hier spricht Bände- ein Plakat, welches bei uns im Labor hängt, zusammen mit Janaina, der Brasilianerin.
Der Wahlspruch aller Nicht-Muttersprachler….

Geburtstag
Ach ja, da war ja was: Alle Jahre wieder und so…
Riesengeburtstagsfan der ich bin, hatte ich ja ein wenig gehofft hier in Woods Hole würde das untergehen in all dem Stress. Weit gefehlt! Irgendwann war das ganze Lab leer, und unter kruden Vorwänden wurde ich in den “Pit”, unseren Aufenthaltsraum geschleust. Dort, erst alles dunkel und dann Riesenüberraschung, alle da und “Happy Birthday” johlend! Dazu gabs lecker amerikanisch Pampe-Kuchen, Sekt und Kerzenausblasen – doch, war nett!
Das Highlight war allerdings schon vorher geplant: Doppel-Lobster-Special bei Shuckers, dem Restaurant neben Kaptain Kidd (für die Eingeweihten). Für läppische US$ 24 bekommt man Miesmuscheln, andere Muscheln, Maiskolben, Hummer – und Dienstags NOCH einen Hummer gratis dazu. Wir sind bestimmt zu zehnt dorthin, war lustig.


Abends im Kidd wurde ich Opfer des Drink-Brauches: Ziemlich viele fühlten sich bemüßigt, mir einen Drink zu spendieren, da waren neben Klassikern wie Tequila auch Spezialitäten wie “brain hemorrhage” dabei! Ich hatte dummerweise Laura verraten, dass ich einen “Schnapsgeburtstag” feiere, und als ehemalige Barkeeperin kam sie mit der Hirnblutung um die Ecke (nachdem sie dem Barkeeper erklärt hat wie man ihn macht).

Davor und danach war selbstverständlich 3h Vorlesung, Labor, Labor…
Ach ja, das hätte ich fast vergessen: Meine brasilianische Laborpartnerin an dem Tag versuchte, “Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag” zu sagen: Fail. Es klappte so halbwegs, nachdem sie es lautmalerisch ins portugiesische übersetzt hat: “Rertislichen gluckvunchi tsum guibultstack!”
Die erste Woche
Soweit, so gut. Das patchen an Xenopus sowie Mauscerebellum und Maus-Trigeminalzellen läuft halbwegs. Meine Kenntnisse über Ionenströme, Kondensatoren, Widerstände, Kanaldynamiken usw. wurden diese Woche um etwa 600% geboostet. Nach seinem Vortrag bei uns im Seminar habe ich mit Rod MacKinnon gestern einen kleinen Plausch über Kajakfahren auf dem Atlantik gehabt – er ist leidenschaftlicher Kajakfahrer und legt deshalb seine Woods Hole talks immer auf Freitag, um im Anschluss hier rumzupaddeln. Wer nicht weiß wer Rod ist, kann ihn ja mal googlen… Die Talks sind unglaublich, aber fünf Tage die Woche jeweils drei Stunden geht an die Substanz, soviel weiß ich jetzt schon! Special lectures sind da noch nicht mal dabei!
Das Wetter war die letzten Tage durchwachsen mit Regen, pünktlich zum Wochenende kommt aber die Sonne raus. Morgen gibt es große Einführung aller Kurse mit Brunch und Belehrung über sexual harassment, später trifft sich unser Kurs zum Asado (südamerikanisches Grillen) bei unseren Kursleitern. Jetzt läuft gerade meine erste Waschmaschinenladung, nachdem ich heute morgen kurz joggen war. Wenn ich Glück habe, schaffe ich es mindestens einmal die Woche zu laufen (und zu waschen).
Daily routine
Das war der Montag: Aufstehen um 7 Uhr, Frühstück (besser als erwartet), Formalitäten abklären mit Stipendium, Ausweis usw., von 9 Uhr bis 12 Uhr dann Vorlesung über die Nervenzell-Basics (Ohmsches Gesetz, Nernstsche Gleichung, lustige Aktionspotential-Animationen…), zwei Stunden Mittagspause mit dem Vortragenden, dann Labor. Hier haben Christian (der Däne) und ich Patchclamp an Tectumzellen von Xenopus-Kaulquappenhirnen gemacht – lief ganz gut! Das ging so bis halb zwölf, dann noch einige Absackerbierchen getrunken. Im Laufe des Nachmittags haben wir noch 20 Seiten Text über die whole cell patchclamp Technik bekommen, zu lesen bis morgen 9 Uhr für die Vorlesung. Damit werde ich jetzt (8 Uhr) mal anfangen, früher ging nicht. So long!
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